Allein in Berlin können Schätzungen zufolge 316.000 Menschen weder richtig lesen noch schreiben
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Buchstabensuppe im Kopf - Funktionale Analphabeten

Analphabetismus bedeutet nicht gleich einen Ausschluss aus dem Arbeitsleben. Etwa 14 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland sind sogenannte "Funktionelle Analphabeten". Die Digitalisierung erschwert den Zugang allerdings.

Wer Lese- und Schreibfähigkeiten auf dem Niveau eines Erstklässlers hat, gehört zu der Gruppe der rund 7,5 Millionen Analphabet*innen in Deutschland, die trotz unzureichender Kenntnisse einen Beruf ausüben können. Weitere 13 Millionen Menschen sind sich bei der Schreibweise gebräuchlicher Wörter unsicher.

Die funktionellen Analphabeten erkennen nur einzelne Wörter, bei ganzen Sätzen oder längeren Texten kommen sie ins Stocken, selbst der Sinn des gerade Gelesenen erschließt sich ihnen meistens nicht. Doch anstatt sich Hilfe zu holen, wiegt der Stolz oder die Scham im Erwachsenenalter meist mehr:  Analphabetismus ist immer noch ein Tabuthema. 

Die meisten verbergen ihr Defizit lieber, oft auf kreative Weise. Dies fällt ihnen in Zeiten zunehmender Digitalisierung aber immer schwerer, da PC-gestütztes Arbeiten den Umgang mit Geschriebenem voraussetzt. Wissenschaflter suchen deswegen neue Wege, um mit den Analphabeten den Schlüssel zur (Arbeits-)welt nicht entzogen zu sehen.

"Buchstabensuppe im Kopf - Funktionale Analphabeten" im Überblick

Buchstabensuppe im Kopf - Funktionale Analphabeten

von Franziska Hochwald

Sendezeit Sa, 29.12.2018 | 08:30 - 09:00 Uhr
Sendung SWR2 "Wissen"
Radiosendung

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