Das Pferd steht für die Kraft und Schönheit der Natur
Das Pferd steht für die Kraft und Schönheit der Natur © thes26800 / pixabay.com

Hörspiel

Das Pferd - Das Grauen des Krieges

Der Nobelpreisträger Claude Simone verarbeitet 1958 sein Flandern-Material bereits in "Das Pferd" - das Grauen des Kriegs spiegelt er im Leid des unschuldiges Tieres wider, das gleichzeitig die Schönheit der Natur repräsentiert.

Claude Simone wird 1960 den großen anti-Krieg Roman "Die Straße in Flandern" schreiben, in dem er ausgiebig über das militärische Desaster Frankreichs von 1940 reflektiert, während welchem er fast als Kavallerist gestorben wäre. Ein paar Jahre vorher verarbeitete er diese Erinnerungen in der 1958 in der Zeitschrift "Les Lettres Nouvelles" veröffentlichten Erzählung "Das Pferd".

Der nächtliche Ritt durch die dauerverregnete Ardennenlandschaft soll den Erzähler und sein Regiment, französische Dragoner, nach Berlin bringen. Vom Hunger, Durst, Müdigkeit und der Angst erschöpft machen sie Rast in einem nordfranzösischen Dorf.

In einer Scheune werden sie Zeuge des langsamen Sterbens eines verletzten Armeepferdes. Der Krieg mit all seinem sinnlosen Leid scheint sich im Auge des Tieres zu spiegeln.

"Das Pferd", erstmals 1958 in der Zeitschrift "Les Lettres Nouvelles" veröffentlicht, ist eine frühe Verarbeitung des Flandern-Materials, das den Autor bis zu seinem großen Anti- kriegsroman "Die Straße in Flandern" von 1960 über Jahre beschäftigte. In diesem erinnert er an das militärische Desaster Frankreichs von 1940, das ihn als Kavalleristen beinahe das Leben gekostet hätte. Mit dem Motiv der unschuldig leidenden Kreatur verarbeitet Simon das Grauen des Krieges und zollt zugleich der Natur, ihrer Schönheit und Wahrhaftigkeit, seinen Respekt.

"Wir betrachteten das immer noch hinten im Stall auf der Seite liegende Pferd. Man hatte ihm eine Decke übergeworfen. Und es ragten nur seine Insektenbeine heraus, sein schrecklich langer Hals, an dessen Ende der Kopf hing, den auch nur zu heben es keine Kraft mehr hatte, knochig, zu groß mit seinen eingefallenen Backen, seinem nassen Fell, seinen langen gelben von den aufgeworfenen Lippen entblößten Zähnen. Nur das Auge schien noch zu leben, riesig, schmerzerfüllt, schrecklich, und von der glänzenden gewölbten Oberfläche widergespiegelt konnte ich uns sehen, unsere drei im Halbkreis verzerrten Silhouetten."

"Das Pferd - Das Grauen des Krieges" im Überblick

Das Pferd - Das Grauen des Krieges

von Nach der gleichnamigen Erzählung von Claude Simon

Mit Aus dem Französischen: Eva Moldenhauer; Regie: Ulrich Lampen

Produktion: 2018

Sendezeit So, 29.03.2020 | 18:20 - 20:00 Uhr
Sendung SWR2 "Hörspiel am Sonntag"
Radiosendung

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