Die Baugrube für das "Allproletarische Haus" wird immer größer, doch das Gebäude am Ende nie realisiert
Die Baugrube für das "Allproletarische Haus" wird immer größer, doch das Gebäude am Ende nie realisiert © Seth Taylor / freeimages.com

LiteraturLesung

Die Baugrube von Andrej Platonow | Teil 12 von 12

Teil 12/12 | Am Tag seines 30. Geburtstags wird Woschtschew arbeitslos. Seine Arbeitgeber in der Industrie entlassen ihn, weil er zu verträumt ist und deswegen langsam arbeitet. Er findet Zuflucht in einem “gemeinproletarischen Hausprojekt“, für das Bauarbeiter gerade am Stadtrand eine Baugrube ausheben.

Die Arbeiten am “gemeinproletarischen Haus“ dauern nun schon einige Zeit an, als zum Ende der Sommerzeit die Idee aufkommt, man könne ein Radio oder ein Waisenmädchen zur Personifikation der Bewohner und deren Zukunft anschaffen, um die Arbeitsmotivation auf ein neues Level zu heben.

Bis in den Herbst arbeiten die Männer recht langsam, bis sie dann ein verborgenes Sarglager eines Bauern finden, der in einem benachbarten Dorf lebt. Sie beschlagnahmen die Särge und bringen sie ihren rechtmäßigen Besitzern im Dorf zurück.

Plötzlich sind sie mittendrin in der Kollektivierung der Kulaken, der größten Bauern der Gegend. Im mittlerweile hereingebrochenen Winter werden diese auf ein Floß gesetzt und stromabwärts getrieben, wo der sichere Tod auf sie wartet. Nastja, das Waisenkind, das die Arbeiter retteten, erkrankt, als die Menge ein Fest feiert, nachdem man die Bauern losgeworden war. Sie stirbt und wird mitten in der Baugrube des Hauses in einem Felsen zu Grabe getragen.

"Die Baugrube von Andrej Platonow" im Überblick

Die Baugrube von Andrej Platonow

von Andrej Platonow

Mit Hanns Zischler

Produktion: 2000

Sendezeit Fr, 08.07.2022 | 09:00 - 09:35 Uhr
Sendung MDR KULTUR "Lesezeit"
Radiosendung

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