Ernsthafte Recherchen bringen Journalisten nicht selten in Teufels Küche
Ernsthafte Recherchen bringen Journalisten nicht selten in Teufels Küche / "newspaper" © Brano Hudak / freeimages.com

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Die Journalistenfalle - Reporter im Sachsensumpf

Zugegeben, die Fragestellung ist äußerst provokant: Gilt die Pressefreiheit auch in Sachsen? Manche Journalisten müssen sich die Frage mindestens einmal gestellt haben, als sie ihren Job besonders gut machen wollten. Beim Recherchieren im 'Sachsensumpf' kamen sie dabei in ernsthafte Schwierigkeiten.

Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz hatte mehrere Jahre Informationen über organisierte Kriminalität gesammelt: Die auf 15.600 Seiten dokumentierten Erkenntnisse sind bis heute streng geheim.

Ein winziger Bruchteil - offensichtlich eine Indiskretion - wurde 2007 ins Netz gestellt. Es ging um Immobilienschacher, Geldwäsche, Verrat von Dienstgeheimnissen und um hochrangige Juristen und ihre Kontakte ins Leipziger Rotlichtmilieu.

Wer der amtlichen Version "alles heiße Luft" misstraut und eigene Recherchen anstellt, kann dabei in Teufels Küche kommen. Fünf Jahre lang mussten etwa die für den "Spiegel" und "Zeit-Online" tätigen Journalisten Thomas Datt und Arndt Ginzel in Dresden vor Gericht darum kämpfen, dass auch in Sachsen Verdachtsberichterstattung erlaubt ist. Dass auch hier Pressefreiheit gilt.

Nicht anders ging es mehr als zwanzig anderen Journalisten, aber auch Polizisten und Verfassungsschützern, die ihre Arbeit besonders gut machen wollten und im Themenfeld Sachsensumpf recherchierten. Sie wurden mit Ermittlungsverfahren überzogen, bei denen zum Teil auch nach mehr als fünf Jahren noch kein Ende abzusehen ist.

"Reporter im Sachsensumpf" im Überblick

Reporter im Sachsensumpf

von Rosvita Krausz

Produktion: 2015

Sendezeit Mi, 18.03.2015 | 19:00 - 20:00 Uhr
Sendung rbbKultur "Feature"
Radiosendung

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