Bei Hemingway sind die Meinungen gespalten.
Bei Hemingway sind die Meinungen gespalten. © Ermeni Studios / Wikimedia Commons / Public Domain

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Die Lange Nacht über Ernest Hemingway

Wenn es um Ernest Hemingway geht, sind die Meinungen gespalten. Die einen halten ihn für einen Angeber, der so tut, als wäre er ein Kriegsheld, der er nicht war. Die anderen sind von seiner Männlichkeit und seiner Kompromisslosigkeit fasziniert, mit welcher er sich in jedes Abenteuer stürzt.

Gerne ließ er sich mit Jagdtrophäen ablichten, wie mit riesigen Schwertfischen, die doppelt so groß wie er selbst waren. Seine Romane werden als flach, eindimensional und sprachlich bescheiden beschrieben. Anderen gefällt seine unprätentiöse, packende Sprache, seine Direktheit, und der Reichtum an Bildern, die seine Romane und Kurzgeschichten wie Filme wirken lassen.

Was feststeht, ist, dass Hemingway die englischsprachige Literatur vom Staub des viktorianischen Zeitalters befreien konnte. Der Autor brach aus dem Elfenbeinturm der Kunst aus. Der amerikanische Held war ein Super-Macho, der in den Boxring, in den Krieg, auf Safari und zum Hochseefischen, also überall wo es wehtat, ging und dann darüber schrieb.

In seinen Protagonisten spiegelt sich auch immer ein Teil von ihm selbst wider. Jake Barnes, der Kriegsveteran aus "Fiesta", Frederic Henry aus dem Weltkriegsdrama "In einem anderen Land" und Santiago, der Fischer aus "Der alte Mann und das Meer" sind gebrochene Helden.

Die Lange Nacht über Ernest Hemingway im Überblick

Sendezeit Sa, 26.06.2021 | 23:05 - 02:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Lange Nacht"
Radiosendung

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