Rameaus erste Tragédie lyrique "Hippolyte et Aricie" in einer neuen Opernaufführung
Rameaus erste Tragédie lyrique "Hippolyte et Aricie" in einer neuen Opernaufführung © Lize Rixt / freeimages.com

Klassik-Konzerte & Oper

Die Oper "Hippolyte et Aricie"

In Rameaus erste Tragédie lyrique "Hippolyte et Aricie" nutzt er die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Akteure und setzt die Musik in Bezug dazu. Allein der Zwietracht zwischen der Stiefmutter, Hippolyte und Aricie kann Rameau die Gefühlswelt mit einem großen Klangrepertoire darstellen.

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Der französische Komponist Jean-Philippe Rameau begann erst spät mit seinen Opernkompositionen. Seine erste Tragédie lyrique "Hippolyte et Aricie" entstand 1733, mit 50 Jahren. Trotz der Überarbeitung des Werkes wurde eine heftige Debatte ausgelöst. Damals war der italienische Komponist Jean-Baptiste Lully der Vorreiter der französischen Barockmusik und einer der einflussreichsten Komponisten der französischen Musikgeschichte. Lullys konservative Anhänger vermissten die Simplizität und Natürlichkeit des Werkes. Rameaus Unterstützer hingegen waren begeistert von der neu angestrebten Orchestersprache.

Schon die Differenzen zwischen der Stiefmutter Phädra und den Liebenden Hippolyte und Aricie in Rameaus erstes Opernwerk bietet eine umfangreiche Klangkulisse. Rameau lässt die Geschichte von "Hippolyte et Aricie" in der Unterwelt spielen. In einem echten Meeressturm mit Seemonstern, Theaterdonner und Rauchwolken entschwindet der Protagonist. Daneben trumpfen die folkloristischen Dudelsäcke mit ihren Klängen auf und gehen letztendlich in versöhnliche Nachtigallengesänge in Dianas Wäldern über.

Mit dem Spiel an Gefühlslage und Ausdrucksmöglichkeiten zwischen den Akteuren und der Musik läutete Rameau ein neues Zeitalter für die Oper ein. Selbst sein Kollege André Campra erkannte dies und deutete nach der Uraufführung des Stücks auf eine besonders markante Handschrift des Komponisten hin. Aus dem großen Repertoire an neuen Ausdrucksmöglichkeiten in der Darstellung und Musik lassen sich wiederum eine Fülle an weiteren Opernwerken erschaffen. Damit lag er goldrichtig. Denn es entstand daraus noch einige Opernstücke.

Die Streichergruppe Ensemble Pygmalion führte im November 2020 an der Pariser Opéra-Comique die letzte Premiere vor dem erneuten Lockdown auf. In komplett maskierter Montur stach ihr Spiel unter der Führung von Raphaël Pichon hervor. Ebenso das Sänger-Ensemble. Es war ein bemerkenswerter Opernabend, auch wenn der Applaus ausblieb.

"Die Oper "Hippolyte et Aricie"" im Überblick

Die Oper "Hippolyte et Aricie"

von Rameau

Mit Leitung: Raphaël Pichon / Reinoud van Mechelen als Hippolyte; Elsa Benoit als Aricie

Opéra-Comique

14. November 2020

Sendezeit So, 25.07.2021 | 21:05 - 23:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Konzertdokument der Woche"
Radiosendung

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