Beim Reichtagsbrandprozess wurde ihr Sohn verhaftet.
Beim Reichtagsbrandprozess wurde ihr Sohn verhaftet. © Ahmed Ali / freeimages.com

Kultur & LiteraturFeature

Eine Mutter kämpft - Irmgard Litten und ihr Sohn im KZ

Die NS-Propaganda hat zwar den Muttertag nicht erfunden, aber die Kulturadministratoren haben den aus den USA kommenden und von Blumenverkäufern etablierten Tag trotzdem genutzt, um Frauen für sie zu gewinnen. Also natürlich nur Frauen, die deutsch und erbgesund genug waren.

1934 wurde der Muttertag zum ersten Mal als öffentlicher Feiertag veranstaltet. Er und das Mutterkreuz wurden zentrale Symbole für die pseudoreligiöse Verehrung der Mutterschaft. Der heilige Sinn des Lebens einer Frau sei es, für Volk und Führer möglichst viele Kinder zu gebären und großzuziehen.

In Presse und Rundfunk, Schulen und Betrieben wurde der Mutterkult als ideologischer Kern gepredigt, während die Mutter Irmgard Litten um ihren Sohn Hans fürchten musste. In der Nacht des Reichstagsbrandes wurde der Anwalt verhaftet, woraufhin er Folter und Konzentrationslager ausgesetzt war. Irmgard versuchte durch internationale Anwaltsverbände, deutsche Diplomaten und sogar Vertraute Hitlers, die Freilassung oder wenigstens Minderung der Strafe ihres Sohnes durchzusetzen.

Leider zeigte davon nichts Wirkung und die Leiche von Hans Litten wurde 1938 im KZ Dachau gefunden. 1940 verlegte sie ein Buch darüber mit dem Titel „Eine Mutter kämpft“. Darin bietet sie dem entseelten Mutterbegriff ein Gegenbild.

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Eine Mutter kämpft - Irmgard Litten und ihr Sohn im KZ

von Tobias Barth, Lorenz Hoffmann

Sendezeit Mi, 05.05.2021 | 19:30 - 20:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Kultur und Geschichte"
Radiosendung

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