Die Differenzen über den AKW-Bau in Belarus mit dem Nachbarn Litauen
Die Differenzen über den AKW-Bau in Belarus mit dem Nachbarn Litauen © Daniel West / freeimages.com

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In Belarus geht ein neues AKW ans Netz

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima 2011 entschließt Deutschland sich für den Atomausstieg. Und trotz der Atomkatastrophe und den Erfahrungen mit den Folgen von Tschernobyl, startet Belarus den ersten Bau eines Atomkraftwerkes. Das Unverständnis beim Nachbarn Litauen wächst.

Als 1986 ein Atomreaktor unkontrolliert explodierte, war eine hohe Dosis radioaktiver Strahlung ausgetreten, wovon 70. Prozent über Belarus niederfiel. Viele Menschen verstarben an Krebs und ein ganzes Gebiet war nicht mehr bewohnbar. Aber die Regierung unter der Führung von Präsident Lukaschenko entschied sich für den Bau eines AKWs und dessen wirtschaftlichen Nutzen. Inzwischen sind die Bauarbeiten am Kraftwerk fast fertig und sollen 2020 in Betrieb genommen werden.

Mit aller Macht kämpft der Nachbar Litauen gegen das vom Russland finanzierte 10-Milliarden-Bauprojekt. Denn das neue Kraftwerk ist nur 10 Kilometer von der litauischen Grenze und 40 Kilometer von der Hauptstadt Vilnius entfernt. Nach den Betreibern soll das Kühlwasser vom Fluss Viliia kommen. Ein Trinkwasserreservoir für die litauische Bevölkerung. Sollte dieser kontaminiert werden, würde ein Drittel der Menschen davon betroffen werden. Es wurde vorsorglich Jodtabletten von 1 Million Euro für die Bevölkerung besorgt.

Nach dem Eintritt in die EU musste Litauen dem Atomausstieg beitreten und seine AKWs abwickeln. Daher besteht ein berechtigtes Unverständnis bei der litauischen Bevölkerung für den AKW-Bau und der eigenen AKW-Stilllegung.

"In Belarus geht ein neues AKW ans Netz" im Überblick

In Belarus geht ein neues AKW ans Netz

von Inga Lizengevic

Produktion: 2020

Sendezeit Di, 07.07.2020 | 19:15 - 20:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Das Feature"
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