Die Erzählfigur forscht in der Vergangenheit ihrer Blutslinie, weil alle schweigen
Die Erzählfigur forscht in der Vergangenheit ihrer Blutslinie, weil alle schweigen © JMG / PIXELIO

LiteraturLesung

Kim de l’Horizon liest aus und spricht über Blutbuch

Die Hauptfigur des Werkes ''Blutbuch'' lebt weit weg von der Strenge ihrer Herkunftsfamilie, ihr freies Leben. Sie sieht sich weder als Mann noch Frau und kommt mit ihrer eigenen Sexualität nun gut zurecht. Als ihre Großmutter dement wird, kommen immer mehr Dinge aus der Vergangenheit zutage.

Aus der Enge ihrer Herkunftsfamilie und dem Vorort in der schwäbischen Schweiz hat sich die Erzählfigur in ''Blutbuch'' befreien können. Nun lebt sie in Zürich, wo sie sich mit ihrem nonbinären Körper wohlfühlt und sich mit ihrer eigenen Sexualität identifizieren kann.

Dann wird ihre Großmutter zunehmend dement. Ihr Ich versucht sich an die Vergangenheit zu erinnern. Nur bruchstückhaft erscheinen die Kindheitserinnerungen. Zudem kann sie sich nicht vom frühen Tod ihrer toten Schwester lösen. Auch weiß sie nichts mehr über die verschwundene Großtante. Das Schweigen der Mütter kann die Erzählfigur nicht akzeptieren und geht auf Spurensuche ihrer weiblichen Blutlinie.

Das Werk ''Blutbuch'' zeigt einen Befreiungsakt, das sowohl formal als auch stilistisch ist, über die ungefragten überlieferten Dinge wie Traumata, Klassenzugehörigkeiten, Geschlecht. Stets sucht die Autorin Kim de l’Horizon nach einer anderen Art von Erzählung, Überlieferung, Ichwerdung und Wissen, die nicht linear ist, aber ein flüssiges Schreiben ermöglicht und offen ist.

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Kim de l’Horizon liest aus und spricht über Blutbuch

von Kim de l’Horizon

Sendezeit Mi, 25.01.2023 | 20:30 - 21:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Lesezeit"
Radiosendung