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Folgen von literaturcafe.de - Bücher, Autoren, Schreiben und Lesen

30 Folgen
  • Folge vom 15.12.2020
    Podcast: André Hille über das Schreiben und »Das Rauschen der Nacht«
    »Ich bin Literaturmensch durch und durch«, sagt André Hille. »Seit ich denken kann, beschäftige ich mich mit der Literatur.« Selbst Texte geschrieben hat André Hille schon immer. Nach dem Germanistikstudium arbeitet er zunächst als Programmleiter und Lektor in einem kleinen Verlag, bevor er die Autorenschule »Textmanufaktur« gründete. Es war zu einer perfekten Zeit, als in Deutschland der Bewusstseinswandel einsetzte, dass Schreiben mehr ist als nur Begabung und Inspiration. Zusammen mit anderen hochkarätigen Dozentinnen und Dozenten unterrichtet André Hille das Schreiben, verfasste den Ratgeber »Titel, Pitch und Exposé« und organisiert die Konferenz »Narrativa«. Hille wurde zudem zum Literaturagenten und vermittelt zusammen mit seiner Kollegin Dorothee Schmidt Manuskripte an Verlage. Vor rund drei Jahren konzentrierte er sich mehr auf die unternehmerischen Tätigkeiten und trat als Dozent und Literaturagent etwas zurück. So entstand wieder mehr Raum für das eigene Schreiben. »Es war nie weg, ist immer da gewesen«, sagt Hille im Gespräch. André Hille, der in der Vergangenheit eher kürzere Texte schrieb, hat nun seinen ersten eigenen Roman veröffentlicht: »Das Rauschen der Nacht«, erschienen im Blessing Verlag. Bewusst hat sich André Hille für den Roman eine vertraute Situation ausgesucht: Ein glücklich verheirateter Familienvater mit zwei Kindern ist ins neue Einfamilienhaus aufs Land gezogen. Doch dann bricht beruflich und privat vieles über ihn herein und sein bisheriges Leben wird fundamental infrage gestellt. Im Podcast des literaturcafe.de erzählt André Hille über die Entstehung des Buches und das Schreiben des Romans. Wir erfahren, warum statische Figuren in einen Roman kein Potenzial haben und warum es so wichtig ist, für den Text den richtigen Ton zu finden. Zudem blicken wir mit dem Schreibtrainer und Literaturagenten André Hille auf die aktuelle Situation im Buchmarkt.
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  • Folge vom 15.11.2020
    Sehen oder Hören: Das literarische Buchhandelsquartett
    Zum 4. Mal präsentieren die Stuttgarter Buchwochen das literarische Buchhandelsquartett. Wolfgang Tischer, Herausgeber des literaturcafe.de und selbst gelernter Buchhändler, diskutiert mit drei weiteren Buchhändlerinnen aus Stuttgart und der Region über aktuelle Bücher: Claudia Werning von der Buchhandlung Taube in Marbach, Susanne Zuckschwerdt von der Stuttgarter Papyrus Buchhandlung und Helke Stadelmeier vom Vaihinger Buchladen steigen in den literarischen Ring. Und zum Abschluss verraten die Vier ihre ganz persönlichen Buchtipps für den Weihnachts-Gabentisch. ▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Die diskutierten Bücher mit Zeitmarken: Lily King: Writers and Lovers, übersetzt von Sabine Roth, Verlag C. H. Beck Jocelyne Saucier: Was dir bleibt, übersetzt von Sonja Finck und Frank Weigand, Insel Verlag Anke Gebert: Wo du nicht bist, Pendragon Verlag Deniz Ohde: Streulicht, Suhrkamp Verlag ▬▬▬▬▬▬▬▬▬ … und die vier Buchtipps zum Abschluss: Stuart Heritage: Gutenachtgeschichten für alle, die sich vor Populisten gruseln, übersetzt von Eva Regul, Kiepenheuer & Witsch Verlag Kleines Kuriositäten­kabinett der deutschen Sprache, DUDEN Verlag Thomas Hettche Herzfaden, Kiepenheuer & Witsch Verlag Rébecca Dautremer: Punkt 12, deutsch von Andrea Spingler, Insel Verlag Eine Veranstaltung des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Baden-Württemberg e.V. mit freundlicher Unterstützung durch das literaturcafe.de Die Stuttgarter Buchwochen finden 2020 digital statt. Alle Infos und weitere Veranstaltungen finden Sie unter ►https://www.buchwochen.de
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  • Folge vom 13.10.2020
    Podcast mit Jocelyne Saucier: »Im Norden Kanadas wartete ein Roman auf mich«
    Die Autorin Jocelyne Saucier lebt in einem kleinen kanadischen Dorf, 700 Kilometer nördlich von Montreal. Ist es dort so, wie wir uns das vorstellen: Einsamkeit, Blockhütten, Seen und Wälder? Ganz so sei das nicht, sagt Jocelyne Saucier, als wir sie für ein ausführliches Podcast-Gespräch daheim anrufen. Zwar gäbe es dort eine Menge Seen, Wälder und Flüsse, aber natürlich gäbe es auch Städte, Dörfer, ein kulturelles Leben – und Buchhandlungen. Dennoch leben in der Region, die halb so groß ist wie Deutschland, im Schnitt nur 2 Menschen auf einem Quadratkilometer. Mit ihren Roman »Ein Leben mehr« wurde Jocelyne Saucier auch in Deutschland bekannt (siehe Buchbesprechung im literaturcafe.de). Im September 2020 ist ihr neuestes Werk »Was dir bleibt« nahezu zeitgleich im kanadisch-französischen Original und auf Deutsch erschienen, übersetzt von Sonja Finck und Frank Weigand. Im Originaltitel »À Train perdu« schwingt mehr vom Inhalt mit, wenngleich er sich in seiner Mehrdeutigkeit und Andeutung nicht übertragen lässt. »Im Zug verloren« klingt seltsam, und im Französischen kann man sogar einen Anklang an Proust verlorener Zeit heraushören (»À la recherche du temps perdu«). Thematisch und in der Form nimmt »Was dir bleibt« Vieles auf, was sich schon in »Ein Leben mehr« findet. Gladys besteigt einen Zug und kehrt nie zurück Die Hauptperson Gladys Comeau ist 76 Jahre alt. Nach dem frühen Tod ihres Mannes – der Bergarbeiter starb bei einem Grubenunglück – lebt sie in einer kleinen Siedlung in den nördlichen Wäldern Ontarios, an der Grenze zu Québec. Ihre Tochter, die nun über 50 Jahre alt ist, lebt bei ihr. Bereits in jungen Jahren unternahm Lisana einen Suizidversuch. Sie ist depressiv und scheint allein nicht lebensfähig. Und dennoch verlässt Gladys eines Tages plötzlich ihre Tochter und ihr Leben. Ohne Koffer und scheinbar unvorbereitet besteigt sie den Northlander-Zug und ist verschwunden. Selbst ihre Tochter, die die Nachbarn am Küchentisch sitzend vorfinden, weiß nicht, wohin Gladys will und warum sie weg ist. Saucier lässt die Geschichte und die Fahrt Gladys‘ von vielen Stimmen erzählen. Jahre später reist ein jüngerer Mann ihre Route nach. Er spricht mit Zugbegleitern und Menschen, die Gladys begegnet sind. Es ist der Kniff dieser Erzählweise, dass wir nur durch Dritte und nie von Gladys selbst ihre (möglichen) Motive erfahren. In »Was dir bleibt« bleibt somit auch viel den Gedanken von Leserinnen und Lesern überlassen. Zudem hat Jocelyne Saucier für ihren Roman die Geschichte der »School Trains« wiederentdeckt. Es waren als Klassenzimmer umgebaute Eisenbahnwaggons, die in die entlegenen Gegenden des kanadischen Nordens fuhren, dort für einige Tage abgestellt wurden, um so den Kindern in entlegenen Gebieten eine schulische Bildung zu ermöglichen. Von 1926-1967 waren diese »School Trains« im Einsatz, und Jocelyne Saucier erzählt, dass die Geschichte dieser Züge selbst in Kanada vergessen ist. Schon bei der Recherche zu »Ein Leben mehr« sei sie jedoch Menschen begegnet, die einst in diesen Klassenzimmerwaggons unterrichtet wurden. Jocelyne Saucier reiste selbst mit Zügen in den Norden Kanadas. »There was a novel for me waiting there«, so beschreibt sie selbst ihr Gefühl, dass dort ein Roman auf sie wartete, der geschrieben werden wollte. Jocelyne Saucier gibt im Gespräch interessante Einblicke in die Entstehung des Romans. Das ist es auch, was kanadische Leserinnen und Leser interessiert, denn Lesungen und Lesereisen wie hierzulande kennt man dort nicht. Saucier, Jocelyne; Finck, Sonja (Übersetzer): Was dir bleibt: Roman. Gebundene Ausgabe. 2020. Insel Verlag. ISBN/EAN: 9783458178781.
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  • Folge vom 06.10.2020
    Mit Julius Deutschbauer im Herz der ungelesenen Bücher
    Julius Deutschbauer befragt Menschen über Bücher, die sie nicht gelesen haben. Der Österreicher besorgt und sammelt diese Werke, und so ist die Bibliothek der ungelesenen Bücher entstanden. Im Oktober 2020 ist Deutschbauer mit seiner Bibliothek im Herz der Stuttgarter Stadtbibliothek zu Gast. Wolfgang Tischer sprach mit Julius Deutschbauer für den Podcast des literaturcafe.de über ungelesene Bücher. 1997 hat der Wiener Künstler Julius Deutschbauer mit dem Projekt begonnen. Auf seiner Website julius-deutschbauer.com sind über 700 Gesprächstermine zu finden, viele davon als Audio-Mitschnitt. Bevor Deutschbauer die Menschen nach dem Buch fragt, das sie nicht gelesen haben, lautet seine erste Frage stets »Welches Wetter haben wir heute?« Eine Referenz an den Anfang eines Buches, das sehr oft von seinen Interviewgästen genannt wird: »Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften«. Julius Deutschbauer sortiert seine Bibliothek nicht nach den Namen der genannten Autorinnen und Autoren, sondern nach dem Nachnamen der Befragten. Bibliothekarisch ordentlich wird jedes Buch beschriftet mit einer Angabe wie »Dieses Buch hat Julia KÖNIG noch nicht gelesen«. Mehrfach genannte Bücher sind konsequenterweise mehrfach in der Bibliothek der ungelesenen Bücher vorhanden. Neben Klassikern der ungelesenen Bücher wie Joyces »Ulysses«, Hitlers »Mein Kampf« oder »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« von Proust, finden sich dort auch Asterix-Comics oder ein Perry-Rhodan-Sammelband. Fünf Jahre lang war die Bibliothek zunächst im Wiener Museumsquartier beheimatet, doch seit vielen Jahren ist Deutschbauer mit seinen Büchern weltweit zu Gast. Für drei Wochen ist die Bibliothek der ungelesenen Bücher Anfang Oktober 2020 in der Stuttgarter Stadtbibliothek beheimatet. Sie steht im sogenannten Herz des Gebäudes, dem gewaltig hohen Raum in der Mitte des Gebäudes, in dem sich normalerweise nichts befindet. Die Leere ist fast ein Symbol fürs Ungelesene. Während dieser Zeit lädt Deutschbauer Autorinnen und Autoren ein, die in seiner Bibliothek lesen. Zudem animiert er Besucherinnen und Besucher, während der Lesungen oder Vorträge Handarbeiten zu tätigen. Wer weder Wolle noch Nadeln dabei hat, bekommt gerne etwas ausgeliehen. So stehen nicht nur Bücher auf den Regalen, es finden sich dort auch handgestrickte Buchschoner oder Nackenrollen. Und über allem hängt in Stuttgart ein gewaltiger Bibliothekarsmantel. Im Herz der Stuttgarter Stadtbibliothek hat sich Wolfgang Tischer für den Podcast des literaturcafe.de mit Julius Deutschbauer über sein ungewöhnliches Projekt und ungelesene Bücher unterhalten. Was fasziniert den Wiener so an ungelesenen Büchern, und wie stellt man Menschen Fragen zu ungelesenen Büchern? Und was antworten diese? Schämen Sie sich oder sind sie stolz darauf, gewisse Werke nicht gelesen zu haben? Eine Frage stellt Julius Deutschbauer jedoch nie: Warum die Menschen »ihr« Buch noch nicht gelesen haben. Das interessiert Deutschbauer nicht, vielmehr interessieren ihn die Geschichten, die die Menschen über ihr ungelesenes Werk erzählen. Die Antworten verraten viel über die Befragten. Hören Sie das vollständige Gespräch mit Julius Deutschbauer über seine Bibliothek der ungelesenen Bücher im Podcast des literaturcafe.de über den Player unten auf dieser Seite. Der Podcast ist zudem auf allen Portalen wie Apple iTunes, Spotify oder Deezer zu hören und zu abonnieren. Aufgezeichnet wurde die Folge am 29. September 2020 in der Bibliothek der ungelesenen Bücher im Herzen der Stuttgarter Stadtbibliothek.
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