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Folgen von literaturcafe.de - Bücher, Autoren, Schreiben und Lesen

30 Folgen
  • Folge vom 09.02.2020
    Warum sind Sie gegen staatliche Verlagsförderung, Frau Bublitz?
    Siv Bublitz findet es wichtig, dass Verlage von staatlichen Mitteln unabhängig sind. Bücher unterschieden sich von anderen Handelswaren, dass sie gleichzeitig Wirtschafts- und Kulturgut seien. Beides müsse miteinander in Einklang gebracht werden. Ansonsten bestehe die Gefahr einer politischen oder anders gearteten Abhängigkeit. Zwar sehe sie derzeit keine Probleme, doch die Geschichte habe gezeigt, dass politische Systeme nicht immer so bleiben, wie sie sind. Wo Unabhängigkeit möglich sei, solle sie erhalten bleiben. Gleichzeitig ist sich Siv Bublitz natürlich darüber bewusste, dass ein Verlag natürlich auch indirekt von einer Autorenförderung profitiert, wie sie beispielsweise der Deutsche Literaturfonds betreibt. Natürlich muss Siv Bublitz auch die Frage gestellt werden, wie unabhängig ein Verlag wie S. Fischer ist, der zum Holtzbrinck-Konzern gehört. Die S. Fischer Verlage, so berichtete es Siv Bublitz auf dem Podium der Diskussionsrunde »Die Sache mit dem Geld« und im Podcast, veröffentlichen nur noch 300 statt vormals 500 Bücher im Jahr. Die gleichgebliebene Zahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern könne sich so intensiver um diese Titel kümmern, der Umsatz sei tatsächlich gleich geblieben. Im Podcast-Gespräch erläutert die verlegerische Geschäftsführerin, worin ihrer Ansicht nach die beiden zentralen Aufgaben eines Verlags bestehen: das sei zum einen das Kuratieren eines interessanten und relevanten Programms. Die zweite große Aufgabe sei es, diese Bücher sichtbar zu machen. Das sei ganz etwas anders, als Bücher nur zu drucken. Bei insgesamt 70.000 Titeln im Jahr und einem großen medialen Rauschen, das sich nicht nur auf Bücher konzentriere, sei es besser, die bestehenden Kräfte auf weniger Bücher zu konzentrieren. Aber steigt so nicht auch der Erfolgsdruck? Hören Sie das vollständige Gespräch im Podcast des literaturcafe.de und über den Audio-Player unten. Abonnieren Sie kostenlos unseren Podcast z. B. bei Apple Podcasts oder Spotify, um keine Folge zu verpassen und um automatisch über neue Ausgaben informiert zu werden.
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  • Folge vom 08.02.2020
    Wie verfahren Sie mit dem Gendern in Ihren Büchern, Frau Kunstmann?
    Verlegerin Antje Kunstmann (Kunstmann Verlag) auf der Tagung des Deutschen Literaturfonds in Leipzig Einen Titel wie »Der weiße Neger Wumbaba« würde Verlegerin Antje Kunstmann heute nicht mehr verwenden. »Vom Wind verweht« erschien unlängst im Kunstmann Verlag in einer Neuübersetzung, da in der alten die Figuren der Sklaven in einer herabsetzenden Sprache geredet hatten. Antje Kunstmann über das Verlegen in sprachsensiblen Zeiten. Ist die Diskussion um die Wirkung und Verwendung von Sprache auch eine Diskussion Jung gegen Alt? »Ich glaube, dass das immer so ist«, sagt Antje Kunstmann im Podcast-Gespräch mit Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de am Rande der Tagung des Deutschen Literaturfonds in Leipzig. »Und das finde ich eigentlich auch produktiv, weil ich finde, dass wenn man jung ist, das eine bestimmte Radikalität haben muss und auch nicht mitbedenkt, dass die, die auf dem Podium sitzen und jetzt schon so alt sind auch eine Geschichte mit der politischen Korrektheit haben.« Kunstmann erläutert, an welchen Stellen die Kritik ihrer Meinung nach gerechtfertigt ist und wo es auch absurd wird. Wie verfährt man im Kunstmann Verlag mit Sprachregelungen? Gibt es die überhaupt? »Die Autorinnen und Autoren müssen das im Wesentlichen entscheiden. Ich würde in einen literarischen Text dazu nicht eingreifen. Mir geht es um die Inhalte und ›Wie ist die Haltung des Autors?‹. Entspricht die dem, von dem ich denke, das ist etwas, das man erzählen muss.« Hören Sie das vollständige Gespräch im Podcast des literaturcafe.de und über den Audio-Player unten. Abonnieren Sie kostenlos unseren Podcast z. B. bei Apple Podcasts oder Spotify, um keine Folge zu verpassen und um automatisch über neue Ausgaben informiert zu werden.
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  • Folge vom 07.02.2020
    Warum wird so emotional über Sprache diskutiert, Frau Delius?
    »Political Correctness«, »Gendern«, »Emanzipation«, »Sensitivity Reading« oder »Mikroaggressionen«, all das sind Begriffe, die zu hören sind, wenn über die Wirkung von Sprache und Literatur diskutiert wird, wenn es darum geht, ob und wie Sprache benachteiligen oder ausgrenzen kann. Es ist eine Diskussion, die sehr schnell sehr ernst und emotional geführt wird, so auch am Leipziger Literaturinstitut. Der Literaturkritiker Ijoma Mangold von der ZEIT, der im Publikum saß, hat die Diskussion ebenfalls in einem lesenswerten Artikel beschrieben. Die Literaturkritikerin Mara Delius wurde in jüngster Vergangenheit für ihren Artikel zur Aktion #vorschauenzählen kritisiert. Dabei wurde in den Verlagsvorschauen der Anteil der Autorinnen und Autoren verglichen. Mara Delius stehe der Aktion »skeptisch aber nicht abgeneigt gegenüber«, sagte sie in einem Gespräch mit dem Deutschlandradio. Wie erklärt sich Mara Delius die Emotionalisierung dieser Diskussionen? Was kann getan werden, dass sie differenzierter verlaufen? Hören Sie das vollständige Gespräch im Podcast des literaturcafe.de und über den Audio-Player unten. Abonnieren Sie kostenlos unseren Podcast z. B. bei Apple Podcasts oder Spotify, um keine Folge zu verpassen und um automatisch über neue Ausgaben informiert zu werden.
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  • Folge vom 06.02.2020
    Was darf man alles erfinden, Frau Lewitscharoff?
    Meinungsstark wie so oft nahm Sibylle Lewitscharoff an der Diskussion zu »Fake und Fiktion« teil. Anschließend unterhielt sie sich mit Wolfgang Tischer über die Aspekte des Autobiografischen im und beim Schreiben. Autobiografisches langweile sie und interessiere sie nicht. Sie verstehe diesen »generellen Zug des Schreibens« nicht, speziell bei jungen Menschen, die »moderat aufgewachsen« seien und ein gutes Leben führen. Jedoch lehnt Lewitscharoff das Autobiografische nicht generell ab. Die Berichte der Überlebenden der Konzentrationslager seien »außerordentliche wichtig und fundamental«. Was das Dritte Reich angehe, interessieren Sibylle Lewitscharoff literarische Formen überhaupt nicht. Die meisten literarischen Bearbeitungen finde sie »in der Regel miserabel«, sie kämen mit der Wirklichkeit nicht klar, die viel schärfer sei. Lewitscharoff bevorzuge hierzu historisches Tatsachenmaterial. Woher kommt bei literarischen Texten die Vermutung vieler Leserinnen und Leser, dass alles selbst erlebt sei? »Es kommt mir gar nicht in den Sinn, über mich zu schreiben«, sagt Sibylle Lewitscharoff. Daher sage sie ganz klar, dass ihre Texte nichts mit ihr zu tun haben, wenngleich – gerade was die Themenwahl angehe – der Einfluss des Unterbewussten oftmals nicht zu leugnen sei. Ein zukünftiges Projekt Lewitscharoffs sei, über Positives zu schreiben: »Das Gute zu beschreiben ohne Kitsch, ist sehr schwer.« Hören Sie das vollständige Gespräch im Podcast des literaturcafe.de und über den Audio-Player unten. Abonnieren Sie kostenlos unseren Podcast z. B. bei Apple Podcasts oder Spotify, um keine Folge zu verpassen und um automatisch über neue Ausgaben informiert zu werden.
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