Zwei kritische Dichter, verbunden durch die Kunst
Zwei kritische Dichter, verbunden durch die Kunst © Pexels / pixabay.com

Kultur & Literatur

Metrik und Raserey - Friedrich Hölderlin und Paul Celan

Eine Zeitspanne von 150 Jahren liegen zwischen Hölderlin und Celan. Doch bei beiden zeichnete sich die Dichtkunst darin aus, dass sie sich den gesellschaftlichen Zwängen entzogen.

Friedrich Hölderlin wurde im Jahre 1770 und Paul Celan im Jahre 1920 geboren. Zwischen ihnen liegen 150 Jahre. Trotzdem bringt ihre dichterische Kunst die Gemeinsamkeit einer äußerst radikalen Sprache ihrer Zeit hervor.

Die Gründe für ihre Ausdrucksform liegen in ihrer politischen und persönlichen Einstellung zu den gesellschaftlichen Normen und Reglementierungen. Deswegen ist Hölderlin auch ein begeisterter Anhänger der Französischen Revolution und ordnet der deutschen Bürokratie das Ebenbild der griechischen Antike zu.

Celan orientiert sich an einen intellektuell-subkulturellen Sozialismus, weil er sich gerade in einem nationalistischen und fremdsprachigen Umfeld aufhält, findet er seinen Halt und die Unterstützung im anspruchsvollen Sprachgebrauch der alten Habsburger.

Ihre Dichtkunst betrachten sie als eine äußerst wichtige Lebensform und setzen zum einen ihren Fokus auf den Versmaß und zum anderen grenzen sie ihre Dichtung konsequent von der gesellschaftlichen Einflussnahme ab.

Aus diesem Grund lehnt Hölderlin sich gegen die Götterfurcht und damit auch die Kirche auf, die in Deutschland herrschte. Auch Celan war als verfolgter Jude gegen den Verdrängungsmechanismus der BRD. Der Ausruf des Hyperions: "So kam ich unter die Deutschen.", konnten beide gut nachempfinden.

Metrik und Raserey - Friedrich Hölderlin und Paul Celan im Überblick

Sendezeit So, 07.06.2020 | 22:03 - 23:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk Kultur "Literatur"
Radiosendung

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