Das Gefängnis bietet ungeahnten Nährboden für die Literatur
Das Gefängnis bietet ungeahnten Nährboden für die Literatur © Peter Reinaecker / PIXELIO

Feature

"Niemand kann es weiter bringen als zu sich selbst" - Literatur hinter Gittern

Viele finden hinter Gittern zu Gott, andere zu großer Muskelmasse, wieder andere finden zur Literatur. Dort, wo man viel Zeit für sich hat und mit sich selbst ins Reine kommen muss, kann das sehr hilfreich sein. Das Feature berichtet von literarischen Gefängnisaufenthalten.

Man versucht sich in Disziplin zu üben, sich nicht zu langweilen, neue Tätigkeiten für sich zu entdecken, von denen man schon bald wieder ablassen wird und auf die Erhaltung seines Wortschatzes zu achten: Olaf, Andreas und Benni, "Langzeitgäste" in der Berliner JVA in Tegel, wären außerhalb des Knastes wohl nie auf die Idee gekommen, an regelmäßigen Literaturtreffen teilzunehmen.

Hier schreiben sie und lesen sich das Geschriebene einander vor. Wer weiß, vielleicht hat ihre Literatur ja sogar kommerzielles Potenzial. Für jetzt schreiben sie aber nur füreinander und ihre Familien. Alle, die etwas davon wissen wollen, sollen ihre Arbeit vorgelesen bekommen. Nur einen interessiert die Sache überhaupt nicht – ihren Psychotherapeuten. Das Problem, was dieser mit ihrer Arbeit hat, ist, dass sie nicht über ihre Taten schreiben, sondern über den Alltag im Gefängnis.

In einem seiner Werke sinniert Olaf: "Niemand kann es weiter bringen als zu sich selbst. Ich aber muss, wenn es mir zu fad wird, ich zu sein, notgedrungen ein andrer werden ..." In der Sendung dürfen die Autoren zu Wort kommen und die Chance nutzen, öffentlich von sich und ihren Geschichten zu erzählen.

""Niemand kann es weiter bringen als zu sich selbst" - Literatur hinter Gittern" im Überblick

"Niemand kann es weiter bringen als zu sich selbst" - Literatur hinter Gittern

von Sophie Gruber

Produktion: 2015

Sendezeit Fr, 20.05.2022 | 20:05 - 21:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Das Feature"
Radiosendung

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