Wie digital kann Demokratie sein?
Wie digital kann Demokratie sein? © Seanbatty / pixabay.com

Kultur & Literatur

Pandemie, Digitalisierung und Demokratie

Durch die Corona-Pandemie wurden viele unserer Lebensbereiche digitalisiert. Wenn es um demokratische Praktiken geht, sollten wir vorsichtig sein, erklärt Rainald Manthe. Für die Demokratie sei es wichtig, sich auch abseits des Digitalen unmittelbar zu begegnen. Frühjahr 2021 wird Bilanz gezogen.

Wie hat die digitale Kompetenz uns geholfen und was haben wir trotz Zoom, Skype und Jitsi verloren? Der politische Austausch braucht Nähe. Im Plenum, im Verband, im Think Tank, im Bürgersaal, in der Kneipe und am Familientisch wird die Debatte belebt. Wer hier diskutiert, kann nicht eben mal wegklicken und Mails checken, sondern muss die Thesen der anderen Person erwidern. So entstehen auf der unteren Ebene unserer Debattenkultur Netzwerke bei Bürgerräten, Initiativen etc. Hier sind die Verfahren weniger professionalisiert als in der großen Politik.

Der Weltklimagipfel wurde auf November 2021 verschoben, weil transnationale Treffen eine Ordnung haben, die sich online nicht organisieren lässt. Unter anderem bei den Treffen des Weltsozialforums forschte Rainald Manthe nach. Er widerlegte die Träumereien einer "liquid democracy", die die Piratenpartei verbreiten will.

Rainald Manthe wurde 1987 geboren, engagierte sich lange Zeit in der bildungspolitischen Arbeit in Brandenburg und promovierte an der Universität Luzern zu transnationalen Großtreffen sozialer Bewegungen. Er arbeitet am Zentrum Liberale Moderne in Berlin im Bereich Gesellschaftspolitik als wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Pandemie, Digitalisierung und Demokratie im Überblick

Sendezeit So, 11.04.2021 | 09:30 - 10:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Essay und Diskurs"
Radiosendung

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