Wie viele junge Männer mussten für Medikamententests eines Pharmakonzerns herhalten?
Wie viele junge Männer mussten für Medikamententests eines Pharmakonzerns herhalten? © Kurhan / freeimages.com

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„Plötzlich wuchsen Schorsch Brüste“ - Medikamententests an Männern mit geistiger Behinderung

Wie viel Selbstbestimmung wird Menschen mit einer Behinderung zugesprochen? Die gesetzliche Lage weist Lücken auf, gewährt dennoch körperlicher Unversehrtheit. In den 70er Jahren setzte sich ein Pharmakonzern über dieses Gesetz hinweg und missbrauchte Männer mit Behinderung als Versuchskaninchen.

Anfang der 1970er-Jahre stellte der Ersatzdienstleistende Gebhard Stein im badischen Epilepsiezentrum der Diakonie Kork häufig die Medikamente für den nächsten Tag zusammen.

Ihm fiel auf, dass ein Jugendlicher täglich eine Pille ohne Arzneimittelnamen bekam. Nur der Name eines großen Pharmakonzerns und eine Nummer standen auf der Medikamentenpackung. Damals behaupteten die Ärzte und Pfleger in Kork, dass man bei „Schorsch“ den Sexualtrieb hemmen müsse. Der Autor geht in seinen Recherchen den Erinnerungen des Ersatzdienstleistenden nach.

Was geschah in Kork und vielleicht auch anderswo? Wurden junge, behinderte Männer Versuchskaninchen eines Pharmakonzerns? Wie reagiert die diakonische Einrichtung in Kork auf den Vorwurf? Und nicht zuletzt: Haben Menschen mit geistiger Behinderung heute ein sexuelles Selbstbestimmungsrecht?

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"Plötzlich wuchsen Schorsch Brüste" - Medikamententests an Männern mit geistiger Behinderung

von Charly Kowalczyk

Produktion: 2016

Sendezeit Di, 02.07.2019 | 22:03 - 23:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk Kultur "Feature"
Radiosendung

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