Ein Portrait des Autors Jewgenij Samjatin von Boris Kustodiev aus dem Jahr 1923
Ein Portrait des Autors Jewgenij Samjatin von Boris Kustodiev aus dem Jahr 1923 © Bild: SWR/Boris Kustodiev

Hörspiel

Wir - Eine düstere Zukunftsvision nach dem Roman von Jewgenij Samjatin

"Wir" - das Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Jewgenij Samjatin - spielt in der Zukunft, nach einem 200-jährigen Krieg und der "allerletzten Revolution". Die Dystopie gilt als Vorläufer der später erschienenen Klassiker "Brave New World" von Aldous Huxley und "1984" von George Orwell.

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Samjatins 1920 entstandener, dystopischer Roman "Wir" beschreibt die Gesellschaft des Einheitlichen Staates, der auf Mathematik aufgebaut ist und an dessen Spitze der "Wohltäter" steht.

Privatheit und Gefühle sind auf ein Minimum reduziert, allen Menschen werden Namen anstelle von individuellen Nummern zugeordnet; persönliche Freiheit, Liebe und Phantasie glaubt man überwunden zu haben. Die "Gesetzestafel" regelt jede Einzelheit des Kollektivdaseins bis auf die Sekunde genau.

Um überwachen zu können, ob deren Gebote auch eingehalten werden, sind die Menschen in gläsernen Behausungen untergebracht, die wenigen verbleibenden Stunden sind reglementiert: es sind Spaziergänge zu absolvieren auf gläsernen Straßen, an denen Membranen die Gespräche aufzeichnen; "rosa Billets" legen Häufigkeit und Partner der Sexualkontakte fest.

Erzählt wird aus der Perspektive des Protagonisten D-503. Er will in seinem Tagebuch das vollkommene Glück des Einheitlichen Staates preisen. D-503 ist der Ingenieur des Integrals, eines großen Raumgleiters, durch den der Einheitliche Staat seine Macht über die irdische Welt hinaus manifestieren will. Vor dem ersten Testflug trifft D-503 auf die junge rebellische I-330 und verliebt sich in sie.

I-330 zeigt ihm die wilde und naturbelassene Welt jenseits der gläsernen Städte. Hier sammelt sich der Widerstand gegen das bestehende System, und D-503 kann dieser Bewegung als Ingenieur des Integrals von Nutzen sein. Während er sich hin- und hergerissen sieht zwischen seiner Liebe zu I-330 und seinem Glauben an das "segensreiche Joch" des Einheitlichen Staates, haben dessen Wissenschaftler den Sitz der Phantasie im Gehirn lokalisiert: "Eine dreimalige Bestrahlung dieses Knotens - und ihr seid von der Phantasie geheilt. Für immer. Wer nicht erscheint, endet durch die Maschine des Wohltäters."

"Wir" gilt nicht nur als Vorläufer des 1932 erschienenen Romans "Brave New World" von Aldous Huxley, er hat auch "1984" von George Orwell, erschienen 1949, maßgeblich beeinflusst.

"Wir - Eine düstere Zukunftsvision nach dem Roman von Jewgenij Samjatin" im Überblick

Wir - Eine düstere Zukunftsvision nach dem Roman von Jewgenij Samjatin

von Jewgenij Samjatin, Ben Neumann

Produktion: 2014

Sendezeit Mi, 27.12.2017 | 20:05 - 21:10 Uhr
Sendung NDR Kultur "Hörspiel"
Radiosendung

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