Sogenannte "Kriegsspiele" lassen zumeist zivile Opfer außen vor
Sogenannte "Kriegsspiele" lassen zumeist zivile Opfer außen vor © Tripwire Interactive / Wikimedia Commons / CC BY 3.0

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Zivilisten in Kriegsspielen

Die Debatte um die Gefährdung von Jugendlichen durch "Egoshooter" am Monitor ist jedem bekannt. Heute wird jenseits des "gut" oder "schlecht" Streits um eine kritische Reflektion der in den Spielen visualisierten Realitäten diskutiert. Dazu gehört die Repräsentation ziviler Opfer.

Computerspiele wollen Krieg immer realistischer verkaufen. Doch oft gibt es in diesen "War Games" nur klar definierte Gegner und Alliierte, Gute und Böse, die gegeneinander kämpfen. Die Szenarien klammern Zivilisten meist vollständig aus oder tun sie als unwichtige Kollateralschäden ab. In realen Kriegen dagegen steigen kontinuierlich die zivilen Opferzahlen.

An vielen Kriegsschauplätzen der Welt sterben heute um ein Vielfaches mehr Unbeteiligte als Soldaten. In Afghanistan beispielsweise wurden allein im ersten Halbjahr 2017 laut einem UN-Bericht mehr als 1600 Menschen getötet, darunter viele Kinder und andere Unschuldige.

Der Beliebtheitsgrad von Kriegsspielen ist trotz der Bedrohung durch und Existenz von realen Kriege ungebrochen. Sie verkaufen sich millionenfach. Die Bilder von Krieg, die sie zeichnen, mildern dabei bedenklicherweise leider oft die Schrecken moderner Kriegsführung und stumpfen den Spieler mit der Zeit ab. Doch in jüngster Zeit finden immer mehr kritische Spiele ihren Weg auf den Markt.

"Zivilisten in Kriegsspielen" im Überblick

Zivilisten in Kriegsspielen

von Katharina Röben

Sendezeit Do, 25.01.2018 | 08:30 - 09:00 Uhr
Sendung SWR2 "Wissen"
Radiosendung

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