
Feature
Hate Radio
Die Hilfsmittel, mit denen im Frühjahr 1994 in Ruanda mehr als 800.000 Angehörige der Tutsi-Minderheit ermordet wurden, waren denkbar einfach: Macheten, Knüppel, einige wenige Gewehre. Doch das wohl wichtigste Instrument des Genozids war das "Radio-Télévision Libre des Mille Collines" (RTML). Dort verkündete ein Moderator: "Alle, die ihr uns zuhört, erhebt euch, sodass wir alle für unser Ruanda kämpfen können. Wir müssen den Tutsi ein Ende bereiten, sie auslöschen, aus dem Land herausfegen."
RTML produzierte in seinen Programmen eine Atmosphäre aus ruhiger Autorität, hysterischer Mordlust und entspanntem Entertainment. Die Grooves der neuesten kongolesischen Bands und aggressive Rassenideologie befeuerten die Mordlust der Täter, die Moderatoren koordinierten mit Befehlen und Empfehlungen den Fortgang der Massaker.
"Hate Radio - "Radio-Télévision Libre des Mille Collines" und der Genozid in Ruanda" im Überblick
Hate Radio - "Radio-Télévision Libre des Mille Collines" und der Genozid in Ruanda
von Milo Rau
Produktion: 2012
| Sendezeit | Sa, 09.06.2012 | 12:05 - 13:00 Uhr |
| Sendung | WDR 3 "Kulturfeature" |