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Wissenschaft & Technik

Liebeskummer und andere Nöte - Wut zum Beispiel

Wenn von einer tief empfundenen Liebe nur noch ein alter, abgetragener Schlafanzug übrig bleibt, weil der dazugehörige Mensch die Tür endgültig hinter sich zugeschlagen und sich vom Acker gemacht hat, muss irgendwann entschieden werden: Wie soll mit dem Liebesballast umgegangen werden? Selber tragen, zurückgeben, wegschmeißen oder gar verbrennen?

Trennung ist ein Weltuntergang. Mindestens. Einer der größten Stressfaktoren im Leben eines Menschen überhaupt. Und etwas, was die meisten nicht nur einmal erleben. Wenn der Partner geht, müssen existenzielle Fragen plötzlich ganz neu beantwortet werden, denn das eigene Selbstbild, das der oder die Ex in wesentlichen Teilen mitgeprägt hat, ist zutiefst erschüttert.

Was jetzt auf dem Prüfstand steht, ist nichts Geringeres als die eigene Identität: Was kann und was soll also von ihr gerettet werden? Was bleibt von einem, wenn der andere geht?

"Wenn ein Weiser in Wut gerät, verliert er seine Weisheit", sagt ein jüdisches Sprichwort. Die "Wut" hat keinen guten Ruf: Sie gilt als Charakterschwäche, ist gesellschaftlich nicht akzeptiert, raubt sie dem Menschen doch den Verstand. Blind und rasend vor Wut verliert er die Kontrolle und manchmal auch sein Gesicht. Die aggressive Überreaktion richtet sich gegen andere, aber auch gegen das eigene Selbst. Die Wut ist der äußerste Pol des Ärgers, sie kann sich bis zum Hass steigern und - etwa in der Form der narzisstischen Wut - zu Gewaltakten führen.

"Wut ist gierig auf Rache", schrieb Seneca. Wutanfälle stressen den Körper, sie können krank machen. Auf der anderen Seite dient Wut aber auch der Verteidigung von Grenzen und sie kann Energie freisetzen, die für Veränderung notwendig ist.

Liebeskummer und Wut im Überblick

Sendezeit Mi, 20.06. | 09:05 - 10:00 Uhr
Sendung Bayern 2 "radioWissen"
Radiosendung

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