phonostar Radioköpfe

Andreas Ammer - Eine Hörspiel-Ikone schaltet ab

Andreas Ammer ist gleich zweimal mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet worden
Andreas Ammer ist gleich zweimal mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet worden © Stefan Sahm

Er ist Journalist, Hörspielmacher, Fernsehregisseur, Gemeinderat - und wurde gleich zweimal mit dem renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Andreas Ammer zählt zu den ganz Großen der Hörspielzunft - und lässt in den phonostar Radioköpfen kein gutes Haar an der Radiolandschaft.

Andreas Ammer hat als Hörspielmacher so ziemlich alles erreicht: 1995 brachte ihm "Apocalypse Live" den Hörspielpreis der Kriegsblinden ein. Sechs Jahre später wurde ihm diese Ehre erneut zuteil: "Crashing Aeroplanes" hieß sein zweiter großer Wurf. Bis heute ist der gebürtige Münchner der einzige Autor, der den wichtigsten deutschen Hörspielpreis gleich zweimal erhalten hat. Und damit nicht genug: Der 52-Jährige ist außerdem der einzige Regisseur, der gleichzeitig mit den höchsten Auszeichnungen im Radio und im Fernsehen bedacht wurde. Für die Konzeption der ARD-Literatursendung "druckfrisch" gab's den Deutschen Fernsehpreis 2011 in der Kategorie "Besondere Leistung Information".

In den phonostar Radioköpfen stellt sich regelmäßig eine Persönlichkeit aus der Radiolandschaft vor - anhand einer Reihe von Sätzen, die es zu vollenden gilt. Gleiche Bedingungen für alle. Vorhang auf für Andreas Ammer.

Mein Herz schlägt fürs Radio, weil ...
Halt, halt, tut es gar nicht. Unterstellung! Ich bin ein Anhänger der Tonspur. Ob die im Film, auf CD, übers Netz oder eben im Radio kommt, ist mir eher egal. Nein: sogar total egal.

Mein Lieblingsradiosender:
Noch schwerer zu sagen, denn in den Sendern, in denen die größten schönsten Sendungen laufen (früher BR "Zündfunk", "Nachtmix", "Theme Time Radio Show") kommt noch mehr genau so großer Schrott. Unter Protest in Süddeutschland: BR2, FM4.

Drei Songs, bei denen ich das Radio lauter drehe:
Die kommen nicht im Radio.

Mein persönlicher Radioheld ist ...
… Carl-Ludwig Reichert, dessen Stimme, als ich jung war, Sachen wusste, von denen ich noch nie gehört hatte, die ich dann dauernd hörte und der als ganzer Kerl dann leibhaftig bei meinem ersten Hörspiel "Orbis Auditus" Co-Regie gemacht hat, weil er wusste, wie man mit einem Hörspielstudio umgeht. Als ich es dann selbst wusste, habe ich allerdings keines mehr betreten und Carl-Ludwig ist heute in Rente und darf deshalb hinter kein Sende-Mikro mehr.

Im Radio höre ich am liebsten ...
... Fußballübertragungen.

Das Radio schalte ich sofort ab, wenn ...
... die Musik kommt, die immer im Radio kommt. Oder bei hyperaktiven Null-Moderatoren -  also fast immer.

Das Gegenteil von Dudelfunk ist:
Selbst nach Musik und Klängen suchen, oder sie gleich selber machen.

Die beste Internetseite im World Wide Web ist
www.QUH-Berg.de (national) und www.ubu.com (international).

Es gibt eine Sache, die ich immer wieder vergesse, und zwar:
Hab’s vergessen.

Der beste Rat, den ich je bekommen habe:
"Play fucking louder!" (Bob Dylan zu seiner Band, nachdem jemand "Judas" gerufen hatte).

Nie wieder möchte ich ...
... negativ denken.

Meine liebste Radioerinnerung:
Das "Lampenfieber" hinter der Bühne vor dem ersten Auftritt mit dem Live-Hörspiel "Apocalypse Live" mit FM Einheit und Ulrike Haage.

Wenn ich könnte, würde ich tausend Stück davon essen:
Kennt noch jemand die Band "Pop Will Eat Itself"? Nein? Egal. War auch nicht so richtig gut, so wie diese Frage.

Das Beste an meinem Beruf ist ...
Welchem? Journalist, Hörspielmacher, Fernsehregisseur, Gemeinderat? Mithin: keinen zu haben.

Meine zwei Lieblingshörspiele sind:
National: Heiner Müller/Einstürzende Neubauten - "Hamletmaschine".
International: The Residents - "The Third Reich 'n Roll".