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Arnold Zweigs "Der Streit um den Sergeanten Grischa" | Teil 1 von 24
Teil 1/24 | Der russische Soldat Grischa, flieht aus deutscher Kriegsgefangenschaft. Er legt sich die falsche Identität des verstorbenen Deserteurs Bjuschew zu, was sich als Fehler erweist. Grischa wird von den Deutschen für einen russischen Spion gehalten und zum Tode verurteilt. Doch er kämpft um sein Leben.
Der russische Sergeant Grigorij Iljitsch Paprotkin, genannt Grischa, befindet sich in deutscher Kriegsgefangenschaft, im Gebiet der Militärverwaltung Ober-Ost. Getrieben von starkem Heimweh gelingt ihm die Flucht.
Er erreicht eine russische Partisanengruppe unter der Führung der jungen Babka. Sie verliebt sich in Grischa und rät ihm, im Falle einer Gefangennahme durch die Deutschen, sich als der Überläufer Bjuschew auszugeben. Dieser war kürzlich verstorben.
Der Plan erweist sich jedoch als tödliches Verhängnis. Grischa wird von den Deutschen für einen russischen Spion gehalten und zum Tode verurteilt. Eine Berufung gegen das Urteil steht ihm nicht zu. Doch kämpft Grischa um sein Leben.
Obgleich er seine wahre Identität überzeugend beweisen kann und das zuständige Kriegsgericht das Todesurteil sogar revidiert, wird er von dem eigenmächtig handelnden Gericht des Generalmajors Schieffenzahn zum Tode verurteilt.
In General von Lychow, der sich für Recht und Menschlichkeit einsetzt, findet Grischa zwar noch einen mächtigen Fürsprecher; doch letztlich geht es gar nicht mehr um ihn, sondern um Politik und Macht. Grischa wird hingerichtet.
Der Roman, im Jahr 1927 erschienen, wurde bereits 1917 konzipiert und 1921 zunächst als Drama niedergeschrieben. Im Jahre 1930 erschien in den USA eine Verfilmung, eine weitere entstand 1968 in der DDR für das Fernsehen.
Zum Autor
Arnold Zweig, geboren 1887 im schlesischen Glogau, studierte ab 1907 Germanistik, Philosophie, Psychologie, Kunstgeschichte und Nationalökonomie. 1915 wurde Zweig zum Militärdienst eingezogen. War er zuvor deutlich preußisch-national gesinnt, wandelte er sich unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs zum Pazifisten. Nach dem Krieg ließ sich Zweig als freier Schriftsteller am Starnberger See nieder. In Essays, Theaterstücken und Kurzprosa gestaltete Zweig seine Kriegserlebnisse und seine Auseinandersetzung mit dem Judentum. Nach dem Hitlerputsch 1923 musste Zweig Starnberg verlassen. Er zog nach Berlin, arbeitete als Redakteur für die Jüdische Rundschau. Nach der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten wurden Zweigs Bücher öffentlich verbrannt. Zweig emigrierte nach Palästina, wo er sich 1934 in Haifa niederließ. 1948 kehrte Arnold Zweig aus dem Exil nach Ost-Berlin zurück. Wegen seines Eintretens für die DDR fand Zweigs Werk für lange Jahre in der BRD kaum Anerkennung.
"Der Streit um den Sergeanten Grischa" im Überblick
Der Streit um den Sergeanten Grischa
von Arnold Zweig
Mit Wolfram Berger
Produktion: 2014
| Sendezeit | Do, 03.07.2014 | 15:30 - 15:55 Uhr |
| Sendung | SWR Kultur "Fortsetzung folgt" |