HK Gruber lässt in der Alten Oper Frankfurt Werke von Hindemith, Korngold, Schönberg und Weill spielen
HK Gruber lässt in der Alten Oper Frankfurt Werke von Hindemith, Korngold, Schönberg und Weill spielen © Mylius, Eigenes Werk / Wikimedia Commons / GFDL 1.2

Klassische MusikKlassik-Konzerte & Oper

Das Ensemble Modern in der Alten Oper Frankfurt

Das Ensemble Modern präsentierte Werke aus den "Roaring Twenties" unter der Leitung von HK Gruber, mit einer herausragenden Solistin und einem Männerquartett in Weills Mini-Opernkantate. Ein facettenreiches Konzert mit einem Hauch von "alter Musik".

Das Konzert des Ensemble Modern fühlte sich beinahe an wie eine Zeitreise in die "Goldenen Zwanziger": Stücke aus dieser Ära, kunterbunt und facettenreich, wurden vom charismatischen HK Gruber dirigiert und arrangiert, begleitet von einer herausragenden Solistin und einem Männerquartett in Weills Mini-Opernkantate.

Zu Beginn der 1920er Jahre hatte Paul Hindemith mit seinen provokanten Einaktern seinen Ruf als "Bürgerschreck" der Musikszene begründet. Seine erste Kammermusik aus dem Jahr 1921 war für das neu gegründete Donaueschinger Musikfest bestimmt, formal noch traditionell mit vier Sätzen, aber ansonsten frei von Pathos und mit wilden, schnurrenden Motiven.

Etwas ruhiger und gemäßigter war die Musik von Erich Wolfgang Korngold, dem Wunderkind aus Wien. Bereits mit 23 Jahren komponierte er seine berühmteste Oper "Die tote Stadt", die Schauspielmusik zu Shakespeares "Viel Lärm um nichts" wurde bereits vor 1920 für das Wiener Burgtheater komponiert. Nachdem Korngold in die USA emigriert ist, feierte er große Erfolge mit seinen Filmmusiken und wurde sogar mit zwei Oscars ausgezeichnet.

Arnold Schönberg hat zwar nie für die Leinwand komponiert, war jedoch als begeisterter Kinogänger von den Möglichkeiten des neuen Mediums fasziniert. Er war unzufrieden mit den standardisierten Stummfilmmusiken und sagte daher sofort zu, als er 1930 den Auftrag für eine "Begleitmusik für eine Lichtspielszene" erhielt. Trotz Schönbergs Projektierung sollte es nie einen Film zu dieser Musik geben.

Kurt Weill schrieb 1933 in Paris "Die sieben Todsünden", während er vor den Nazis floh. Dies war sein letztes Projekt mit Bertolt Brecht. Ursprünglich als Ballett mit Gesang konzipiert, sollte die Protagonistin Anna als Tänzerin das Geld für einen Hausbau für ihre aus der Ferne kommentierende Familie verdienen, die von einem Männervokalquartett gesungen wurde.

In der Alten Oper wurde die Rolle, die ursprünglich aufgeteilt war in eine Tänzerin und eine Sängerin, großartig von der irisch-kanadischen Mezzosopranistin Wallis Giunta umgesetzt. Die Herren des Ensembles "Amarcord" hatten hörbar Spaß an ihren spöttischen Kommentaren. Zum Schluss wagte es der Chansonnier HK Gruber nicht, für den anhaltenden Applaus ein paar zusätzliche Songs als Zugabe zu performen.

"Das Ensemble Modern in der Alten Oper Frankfurt" im Überblick

Das Ensemble Modern in der Alten Oper Frankfurt

von Hindemith, Korngold, Schönberg, Weill

Mit Leitung: HK Gruber / Wallis Giunta, Sopran; Amarcord; Ensemble Modern

Mozart Saal

11. März 2024

Sendezeit Do, 20.06.2024 | 20:00 - 21:30 Uhr
Sendung hr2-kultur "Konzertsaal"
Radiosendung