
Hörspiel
Das KZ Auschwitz 1942?1945 und die Zeit der Todesma?rsche 1944/45
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau war einer der Hauptorte des nationalsozialistischen Völkermords an den Juden. Es ist heute ein Symbol für das größte Verbrechen gegen die Menschheit, obwohl Juden auch an anderen Orten systematisch und in großer Zahl ermordet wurden.
Im Gegensatz zu Vernichtungslagern wie Kulmhof, Treblinka, Belzec und Sobibór bestand das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau aus einem riesigen Lagerkomplex. Während seiner Existenz hatte er verschiedene Funktionen und war nicht ausschließlich dem Massenmord errichtet worden.
Die Zahl der Menschen, die als Häftlinge, aber auch als Angehörige der SS-Lagerverwaltung, als Wachen und Angestellte, als Unternehmensangehörige, Zivilarbeiter oder Anwohner mit dem Mordgeschehen in Berührung kamen und die Verbrechen zum Teil schon während des Kriegs, erst recht jedoch in zahllosen Nachkriegsberichten bezeugten, ist so groß wie bei keiner anderen Mordstätte des Holocaust. Von April 1942 an musste ein aus jüdischen Häftlingen zusammengesetztes Sonderkommando der SS beim Morden unterstützend helfen.
Die Geschichte von Auschwitz-Birkenau aus der Perspektive der jüdischen Deportierten ist von einer großen Lücke geprägt: Die Opfer des Gas-Mordes konnten keine Aussagen machen. Daher fühlten die Mitglieder der Sonderkommandos, die kurz vor dem Tod der Menschen am nächsten standen, eine immense Verantwortung, d er Welt von den Verbrechen und den letzten Momenten der Ermordeten zu erzählen und gleichzeitig über ihre eigenen Emotionen nachzudenken. Obwohl es schwierig war, gelang es ihnen dennoch, die Leichenverbrennung zu fotografieren und als Schmuggelware aus dem Lager zu bringen.
SS-Chef Heinrich Himmler gab dan n im November 1944 das Kommando, die Gaskammermorde in Auschwitz zu stoppen. Die damals noch schubweise ankommenden Juden wurden komplett registriert und dem Lager übergeben. Das Lager wurde erst von der SS nach der Januaroffensive der Roten Armee geräumt.
Im Jahr 1945 wurden dann zwischen dem 17. und 19. Januar etwa 58.000 Gefangene aus den Haupt- und Außenlagern auf Todesmärsche getrieben. Davon erreichten nur 40.000 die Lager Groß-Rosen, Mittelbau-Dora, Buchenwald, Mauthausen, Ravensbrück, Dachau, Flossenbürg, Sachsenhausen, Neuengamme, Bergen-Belsen und Theresienstadt. Viele starben auf dem Weg dorthin oder nach ihrer Ankunft in den völlig überfüllten Lagern und andere harten weitere Monate aus, bis sie befreit wurden.
"Die Quellen sprechen" im Überblick
Die Quellen sprechen
von Ulrich Lampen
Mit Wiebke Puls, Michael Rotschopf sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen
Produktion: 2023
| Sendezeit | Sa, 17.06.2023 | 15:05 - 17:00 Uhr |
| Sendung | Bayern 2 "Hörspiel" |