Auf der Liste der Schattenfinanzplätze stehen auch europäische Länder weit oben, darunter: Deutschland. Obwohl hiesige Politiker regelmäßig gegen Steueroasen wettern und von diesen mehr Transparenz einfordern, bietet Deutschland unzählige Schlupflöcher, um Geld zu waschen oder zu verstecken. Der ehemalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat mittlerweile zwar ein Transparenzregister für Firmen eingeführt, das ist aber ironischerweise nicht öffentlich einsehbar. Sich über Steuerflüchtlinge aufregen und ihnen selbst Möglichkeiten bieten - das ist nur eine Facette der zutiefst gespaltenen Position, die Deutschland in Finanzfragen einnimmt. Oder ist es etwa nicht scheinheilig, wenn staatliche Unternehmen selbst Steueroasen nutzen und ihre Gewinne abziehen? Vanessa Wormer und Hannes Munzinger analysieren, warum die Bundesrepublik viele Finanzgeschäfte kaum kontrolliert, kaum kontrollieren kann - und auch kaum kontrollieren will.
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Welches Thema bewegt diese Woche besonders? Welchen Schwerpunkt behandelt die Süddeutsche Zeitung ausführlich? Lars Langenau und Timo Nicolas diskutieren mit den Autorinnen und Autoren der SZ das Thema der Woche und die Hintergründe der Recherchen. Das Beste aus den Geschichten der SZ – zum Hören.
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Folge vom 07.11.201705 - Wie offshore ist Deutschland?
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Folge vom 07.11.201704 - Das Geschäft mit dem MietwahnsinnDer Wohnungsmarkt in Berlin ist ein Paradies für Investoren. Die Nachfrage und damit die Preise wachsen schneller als überall sonst in Deutschland. Das zieht auch global agierende Finanzinvestoren wie Phoenix Spree an. Der Firma gehören etwa 2700 Wohnungen in Deutschland, die meisten davon in Berlin. Sie verfolgt ein simples Modell: kaufen, renovieren, optimieren - und mit Gewinn wieder verkaufen. Doch damit nicht genug: Mit geschickten Konstrukten versucht Phoenix Spree, Steuern zu vermeiden. All das ist legal, aber ist es auch moralisch in Ordnung? Vanessa Wormer und Ralf Wiegand erklären in dieser Folge von "Das Thema", wie Geld, das irgendwo auf der Welt angelegt wird, direkte Auswirkungen auf Mieter in Berlin hat. Sie erläutern, mit welchen Mitteln Städte gegen Investoren wie Phoenix Spree vorgehen können, warum die Mietpreisbremse in solchen Fällen nicht greift und warum es nicht so einfach ist, zwischen guten und schlechten Investoren zu unterscheiden.
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Folge vom 06.11.201703 - Das System NikeWie viele andere US-Konzerne nutzt Nike eine Steueroase mitten in Europa: die Niederlande. Wenn Kunden in Ländern wie Deutschland, Schweden oder der Schweiz einen Schuh bei Nike kaufen, fließen die Gewinne erst mal in dorthin. In den Niederlanden schiebt der Konzern das Geld dann so zwischen verschiedenen Tochterfirmen herum, dass er am Ende kaum Steuern zahlen muss. In dieser Folge von "Das Thema" erklären die SZ-Autoren Bastian Obermayer und Elisabeth Gamperl, wie das System Nike funktioniert, warum solche Konstruktionen in Europa überhaupt möglich sind und wie sie dieser Geschichte in monatelanger Recherche auf die Spur kamen.
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Folge vom 06.11.201702 - Der Rennfahrer und sein JetDer britische Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat etliche Briefkastenfirmen. Eine davon, auf der Isle of Man, nutzte er laut den Paradise Papers, um sich bei der Einfuhr seines neuen Privatjets mehr als vier Millionen Euro an Mehrwertsteuer zu sparen. Dafür genügte es, einmal morgens kurz auf der Insel zu landen und die Formalitäten zu erledigen. Mauritius Much und Ralf Wiegand sprechen in dieser Folge von „Das Thema“ über die Kanzlei Appleby und ihre Niederlassung auf der Isle of Man, die im Zentrum der Paradise Papers steht. Sie erklären, wie Hamiltons millionenschwerer Steuervermeidungsdeal funktioniert und warum die Geschäfte ausgerechnet über die kleine Isle Of Man abgewickelt werden.