Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks präsentiert zum 100.-jährigen Bestehen des Radios,  drei epochale Ballette und dazwischen zwei konzertante Werke aus den 60er und 70er-Jahren
Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks präsentiert zum 100.-jährigen Bestehen des Radios, drei epochale Ballette und dazwischen zwei konzertante Werke aus den 60er und 70er-Jahren © Ron Pacheco / pixabay.com

Klassik-Konzerte & Oper

Der wilde Sound der 20er

BR-KLASSIK präsentiert zum Jubiläumsjahr des Rundfunks im Konzertabend mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Archivschätze aus den 1960er und frühen 70er Jahren. Der Schwerpunkt liegt auf dem wilden Sound der 20er Jahre.

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BR-KLASSIK bringt zum Abschluss des Jubiläumsjahres des Rundfunks einen Konzertabend mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter dem Programm-Schwerpunkt "Der wilde Sound der 20er". Dabei werden Archivschätze aus den 1960er und frühen 70er Jahren aufgeführt, darunter drei epochale Ballette und zwei konzertante Werke, die 1923 entstanden sind bzw. Premiere im kulturellen Schmelztiegel Paris hatten.

Ein besonderes Highlight ist das revolutionäre Ballett "La création du monde" von Darius Milhaud in einer historischen Aufnahme, wo der Komponist zugleich Dirigent ist. Milhaud fügte seinem Tanzpoem mit einem Saxofon innovative Jazzelemente hinzu und verband diese geschickt mit der archaischen Klangwelt afrikanischer Schöpfungsmythen. Dieses Werk zur Erschaffung der Welt ist eines von fünf Werken aus dem Jahr 1923, die BR-KLASSIK zum Jubiläum als innovatives Edutainment-Format erstellt hat.

Ebenfalls wird Franz Schmidts "Concertante Variationen über ein Thema von Beethoven" gespielt, welches aus dem Scherzo der "Frühlingssonate" stammt. Dieses Stück wurde vom österreichischen Spätromantiker im Jahr 1923 speziell für den kriegsversehrten Pianisten Paul Wittgenstein komponiert, der nur einen Arm hatte. Obwohl es eigentlich für die linke Hand geschrieben wurde, hat sich im Konzertleben eine zweihändige Fassung von Friedrich Wührer durchgesetzt. Schmidt transformiert das Thema auf fantasievolle Weise in einen Boléro, einen Ländler, einen Choral oder eine Fuge.

Die Tanzkunst des Fin de Siècle in Wien wird durch Franz Schrekers Tanzpantomime "Der Geburtstag der Infantin" wiederbelebt, welche auf Oscar Wildes Märchendichtung über die herzlose Prinzessin basiert, die Diego Velázquez in seinem berühmten Gemälde gezeichnet hat. Dieses sinnliche Tanzstück von 1908 gilt als Geburtsstunde des modernen Ausdruckstanzes und wurde 1923 als Suite in Amsterdam uraufgeführt.

Obwohl es noch in Sankt Petersburg entstanden ist, fand das erste Violinkonzert von Sergej Prokofjew mit seinen gefühlvollen Lyrismen und virtuosen Arabesken erst im Jahr 1923 in Paris seine Premiere, als Prokofjew sich selbst gewählt ins westeuropäische Exil begab. Der Höhepunkt und Abschluss dieser Sendung sind Igor Strawinskys russische Tanzszenen mit Gesang und Musik "Les Noces", welche ebenfalls 1923 in Paris mit dem legendären Ballets Russes von Sergej Diaghilew zur Aufführung kam. Mit archaischen, stampfenden Rhythmen von vier Klavieren und einer Vielzahl an Schlaginstrumenten zeichnet Strawinsky die starren Riten einer altrussischen Bauernhochzeit nach.

"Der wilde Sound der 20er" im Überblick

Der wilde Sound der 20er

von Milhaud, Schmidt, Schreker, Prokofjew, Strawinsky

Mit Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

1962 - 1973

Sendezeit Fr, 29.12.2023 | 20:05 - 22:00 Uhr
Sendung BR-KLASSIK "Konzert"
Radiosendung