Die Bossa Nova ist neben Samba eine der bekanntesten Musikrichtungen Brasiliens
Die Bossa Nova ist neben Samba eine der bekanntesten Musikrichtungen Brasiliens © jamsession / freeimages.com

Jazz

Die Geschichte der Bossa Nova - Teil 1: Seelenschmerz ohne Glamour | Teil 1 von 2

Teil 1/2 | Ende der 50er Jahre wurde die Bossa Nova als erste brasilianische Musikrichtung weltbekannt. Ihre Pioniere Jobim und Gilberto werden - nach den Auftritten 1962 mit Stan Getz in der Carnegie Hall - wie nationale Helden gefeiert. Dieses Feature erzählt die Geschichte der Bossa Nova in zwei Teilen.

Vier Leute sitzen im Kreis auf dem Fußboden eines Studios in Rio. Dreißig Mal war ein Termin für die Session angesetzt worden, aber der Hauptakteur ließ sich nie blicken.

Eines Tages, als es viel regnete, hatte João Gilberto bei der Sängerin Maria Bethania angeklopft und gesagt, "Komm, heute machen wir die Platte!" Marias Bruder Caetano Veloso und Gilberto Gil hocken da, João hat seine Gitarre dabei und in wenigen Stunden entsteht das Album "Brasil".

Gleich zu Beginn, in "Aquarela do Brasil" von Ary Barroso, zeigt João seine Gesangskunst - jedes "a" genüsslich dehnend wie beim letzten Wort der ersten Strophe, "passaaaaaado". Wie Charlie Chaplin, der vor dem Polizisten fliehend um die Kurve biegt, auf einem Fuß landet, fast umkippt, noch ein paar Mal ausgelassen auf dem Fuß hüpft und weiterläuft. João Gilberto - der größte Sänger einer neuen Musik aus Rio de Janeiro, die um 1960 auf ihre Weltumlaufbahn ging.

Der Mann mit der Gitarre und der melancholischen Stimme machte die Songs von Antonio Carlos Jobim und dem Poeten Vinicius de Moraes weltberühmt.

Geschichte der Bossa Nova im Überblick

Sendezeit Fr, 13.06.2014 | 22:05 - 23:00 Uhr
Sendung NDR Info "Jazz Special"
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