Zwei verfeindete Zwillingsbrüder im alten Ägypten und Griechenland, eine Massenhochzeit, ein Massenmord und ein infernales Schlussbild mit Furienchor und Feuerregen.
Salieri lieferte dem Pariser Publikum bei der Uraufführung am 26. April 1784 eine Dramatik und ein Spektakel, das man dort noch nicht auf der Bühne gesehen hatte.
Antonio Salieri landete mit seinen Danaiden einen Riesenerfolg, der noch Jahrzehnte nachwirkte. Über diesen Fünfakter schwärmten später auch Hector Berlioz sowie Richard Wagner, und Ludwig van Beethoven, nur einer der vielen berühmten Schüler des Hofkomponisten von Joseph II., kopierte Stellen des Werks im Unterricht, um davon zu lernen.
Wohl wegen des aufkommenden Nationalismus am Anfang des 19. Jahrhunderts fielen Antonio Salieri und sein grosses, teils geradezu avantgardistisches Œuvre mit fast 40 Opern zwischen Stuhl und Bank: Für die Italiener war der bereits als Teenager ausgewanderte Salieri ein Wiener, für die Wiener blieb er Italiener, und für die Franzosen war er ein Deutscher. Er wurde somit in keinem der Länder, in welchen er so erfolgreich wirkte, zur nationalen Identifikationsfigur oder zum Nationalkomponisten erkoren.
2025 jährten sich Salieris 200. Todestag. Aus diesem Anlass fand erstmals ein Werk dieses damals so beliebten und häufig gespielten Komponisten in die Diskothek. Gäste von Moritz Weber sind der Salieri-Biograf Timo Jouko Herrmann und der Bassbariton Robert Koller.
Erstausstrahlung: 08.09.2025
Klassische MusikTalk
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In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei versierte Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks und exponieren sich mit ihren Urteilen. In mehreren Hörrunden wird die Auswahl immer kleiner, bis die «beste» Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich. Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
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Folge vom 31.08.2026Antonio Salieri: Les Danaïdes. Tragédie lyrique en cinq actes
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Folge vom 29.08.2026Iannis Xenakis: Herma / Mists / KhoaïDie beiden Solowerke für Klavier «Herma» und «Mists», und dazu das Cembalostück «Khoaï» des griechischen Komponisten Iannis Xenakis. Das ist Musik wie ein Klangstrudel, voller brodelnder Energie – durchaus überfordernd für die Interpretin, aber mitreissend für das Publikum, dessen Ohren aber dennoch nicht frustriert oder betäubt werden. Die Pianistin Asia Ahmetjanova und die Musikwissenschaftlerin Doris Lanz diskutieren über verschiedene Möglichkeiten, wie man mit diesen archaischen Urkräften umgehen könnte…. Erstausstrahlung: 23.09.2024
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Folge vom 22.08.2026Richard Wagner: GötterdämmerungDie Bayreuther Festspiele gibt es schon seit 150 Jahren - aus diesem Anlass eine Wagner-Diskothek. Wagners Götterdämmerung schliesst den Opernzyklus «Ring des Nibelungen» ab. Siegfried, der grosse Held, versagt kläglich, lässt Brünnhilde links liegen und vertraut den Falschen. Brünnhilde rächt sich, Siegfried stirbt. Und die Götter merken, dass sie die Menschen nicht mehr lenken können. Der Untergang der Götter wird mit einer Musik gezeigt, die wieder grosses Suchtpotential hat. Welche Aufnahme überzeugt am meisten? Das diskutiert Annelis Berger mit der Wagnersängerin Tanja Ariane Baumgartner und mit Andreas Homoki, Intendant am Opernhaus Zürich. Erstausstrahlung: 13.11.2023
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Folge vom 10.08.2026Sergei Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 4 g-MollMit seinem 4. Klavierkonzert betritt Sergei Rachmaninow Neuland. Als er das Werk 1926 vollendete, lebte er bereits seit fast einem Jahrzehnt im amerikanischen Exil. Die Musikwelt hatte sich verändert: Jazz war allgegenwärtig, die Moderne auf dem Vormarsch. Auch Rachmaninow suchte nach neuen Ausdrucksformen. Das Ergebnis war ein Klavierkonzert, das sich deutlich von seinen berühmten Vorgängern unterscheidet – schlanker, rhythmisch markanter und überraschend modern. Die Uraufführung 1927 in Philadelphia verlief jedoch enttäuschend: Publikum und Kritiker vermissten die grossen, eingängigen Melodien der früheren Konzerte. Rachmaninow nahm sich die Kritik zu Herzen und überarbeitete das Werk gleich mehrfach. Die heute gespielte Fassung von 1941 ist deutlich kürzer und konzentrierter als das Original. Lange Zeit blieb das vierte Klavierkonzert ein Aussenseiter im Repertoire. Im Schatten des zweiten und dritten Konzerts wurde es nur selten aufgeführt. Erst in den letzten Jahrzehnten begann eine eigentliche Wiederentdeckung. Heute schätzen viele Pianistinnen und Pianisten gerade jene Qualitäten, die das Publikum einst irritierten: die raffinierte Harmonik, die rhythmische Energie und die ungewöhnliche Verbindung von russischer Spätromantik und amerikanischem Zeitgeist. In der Diskothek stehen fünf Aufnahmen von Rachmaminows g-Moll-Konzert zur Diskussion. Gäste von Eva Oertle sind die Pianistin Aglaia Graf und der Pianist Manuel Bärtsch.