«Wenn Musik nur klingende Algebra wäre, würde sie mich kaum interessieren»: Für Arthur Honegger bedeutete Komponieren eine Position beziehen, er wollte die Menschen durch seine Musik wachrütteln. Ein Werk, in dem das besonders erfahrbar ist, ist Honeggers 3. Sinfonie.
Entstanden ist sie unmittelbar nach Ende des 2. Weltkrieges, als Europa in Trümmern lag. Ihre Uraufführung fand vor 80 Jahren in Zürich statt, am 17. August 1946, dirigiert vom Widmungsträger Charles Münch.
Honegger nannte sein Bekenntniswerk «Symphonie liturgique». Er zitiert in seiner Sinfonie zwar keine liturgischen Melodien, aber er setzte vor jeden der drei Sätze ein entsprechendes Zitat: Dies Irae, De profundis clamavi, Dona nobis pacem. Der Aufruhr am Tag des göttlichen Zorns, die hoffnungslose Verlorenheit des Menschen und der Kampf gegen dumpfen Maschinismus, wobei am Schluss doch so etwas wie die Vision einer besseren Welt auftaucht: Das sind die Stationen, die Honegger in seiner Musik symbolisiert.
Gäste von Norbert Graf sind die Musikpublizistin Corinne Holtz und der Dirigent Matthias Kuhn.
Erstausstrahlung: 04.04.2022
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In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei urteilsfreudige Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks aus der klassischen und zeitgenössischen Musik. In mehreren Runden wird die Auswahl immer kleiner, bis die beste Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich.
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Folge vom 27.07.2026Arthur Honegger: Sinfonie Nr. 3 «Liturgique»
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Folge vom 20.07.2026Suite für 2 Viole da gamba und b.c. Nr. 6 G-DurMarin Marais war einer der wichtigsten Gambisten am Hof von Louis XIV. Einem breiteren Publikum wurde er durch den Film «Die 7. Saite» mit Gerard Depardieu bekannt. Marais Kompositionen sind noch heute für jeden Gambenspieler unverzichtbar – weil er sehr genau notierte, wie es klingen soll. Diese genaue Notation ist heute ein wertvoller Bestandteil in der historischen Musikforschung. Bei Marin Marais Werken kann man genau studieren, in welcher Vielfalt Triller, Praller, Verzierungen damals anzubringen waren. Doch vor allem sind Marais Kompositionen elegant und phantasievoll. Seine Suite für zwei Viole da gamba und Basso continuo Nr. 6 in G-Dur aus dem premier livre liegt denn auch in zahlreichen Aufnahmen vor. Fünf davon diskutiert Jenny Berg mit ihren beiden Gästen, der Gambistin Jane Achtman und dem Cembalisten Thomas Leininger. Erstausstrahlung: 11.04.2022