
LiteraturLesung
Ein Geschäft mit Träumen und Die Fähre
Eine "Ein Geschäft mit Träumen": Ein eingeschüchterter Mitarbeiter, der stets bemüht ist, seinen Chef zufriedenzustellen, schlendert nach Feierabend durch die belebte Innenstadt. Neugierig betrachtet er die Dekorationen in einem Schaufenster und tritt anschließend in das Ladeninnere ein. Das Geschäft entpuppt sich als ein Laden voller Kuriositäten, und der Verkäufer fordert ihn auf, weiter nach hinten zu gehen. Dort erblickt er ein Regal mit Päckchen, in denen jeweils ein Traum als Kaufangebot wartet. Um die Träume zu präsentieren, wird das Geschäft in Dunkelheit gehüllt. Der Angestellte nimmt einige dieser Träume in Augenschein und entschließt sich, denjenigen zu erwerben, in dem Anna durch einen bedrohlichen schwarzen Vogel verängstigt wird...
"Die Fähre" stellt das früheste Werk von Ingeborg Bachmann dar und wurde 1946 in der Kärntner Illustrierten aus Klagenfurt veröffentlicht. Der junge Fährmann Josip Poje verweilt in Erwartung von Fahrgästen am Flussufer und beobachtet die Fenster eines gegenüberliegenden großen Anwesens. Die junge Frau Maria bringt dem dort ansässigen Herrn häufig Nahrungsmittel vorbei, ungeachtet dessen, dass er über eigene Bedienstete verfügt. An einem Sommerabend taucht Maria ohne ihren gewohnten Korb auf und erbittet eine Überfahrt. Der zurückhaltende Fährmann verweigert dies jedoch und spricht ihr stattdessen unbeholfen seine Zuneigung aus...
Danach lebt Bachmann als unabhängige Autorin in Italien und wirkt zunächst als politische Berichterstatterin für die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". Zwischen 1958 und 1963 ist sie in einer Partnerschaft mit dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch und residiert in Zürich sowie Rom. Im Jahr 1971 erscheint ihr Roman "Malina", in dem sie das Scheitern einer Frau an ihrer Selbstverwirklichung thematisiert, die an einem egozentrischen Lebenspartner zerbricht. Ingeborg Bachmann verstirbt 1973 infolge schwerer Verbrennungen.
Zum Autor
Ingeborg Bachmann gilt als eine der herausragendsten Dichterinnen und literarischen Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum des 20. Jahrhunderts. Geboren wurde sie am 25. Juni 1926 in Klagenfurt, Österreich. Von 1945 bis 1950 absolvierte sie ein Studium in Philosophie, Psychologie und germanistischer Literatur an den Universitäten in Innsbruck, Graz und Wien. Im Anschluss daran war sie bis 1953 beim Wiener Radiosender Rot-Weiß-Rot in den Funktionen als Redakteurin und Lektorin tätig und verfasste ihr erstes Hörspiel "Ein Geschäft mit Träumen", das den Kern der Erzählung bildet. Ihr literarischer Erfolg wird 1953 mit dem Gedichtband "Die gestundete Zeit" manifest. Im Jahr 1971 erscheint ihr Roman "Malina", in dem sie das Scheitern einer Frau an ihrer Selbstverwirklichung thematisiert, die an einem egozentrischen Lebenspartner zerbricht. Ingeborg Bachmann verstirbt 1973 infolge schwerer Verbrennungen.
"Ein Geschäft mit Träumen und Die Fähre" im Überblick
Ein Geschäft mit Träumen und Die Fähre
von Ingeborg Bachmann
Mit Ingeborg Bachmann, Petra Kelling
Produktion: 1953, 1991
| Sendezeit | Mo, 22.06.2026 | 09:00 - 09:40 Uhr |
| Sendung | MDR KULTUR "Lesezeit" |