Der Aufstieg und Fall des Provinzliteraten Zumsee aus dem Schlaraffenland
Der Aufstieg und Fall des Provinzliteraten Zumsee aus dem Schlaraffenland © A. Röttinger / PIXELIO

LiteraturLesung

Im Schlaraffenland - Ein Roman unter feinen Leuten | Teil 1 von 5

Teil 1/5 | Der Roman Schlaraffenland erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall des begabten Literaten Andreas Zumsee in der wilhelminischen Zeit, der durch Glück und Beziehung eine erfolgreiche Karriere macht, aber mit seinem Hochmut alles vereitelt.

Mit dem Empfehlungsschreiben eines väterlichen Freundes begibt sich Andreas Zumsee zur bekanntesten Adresse in Berlin, den Salon des Bankiers und Generalkonsuls James Louis Türkheimer, wo allerlei von Leuten an dem Ruhm und Glanz dieser Gesellschaft teilhaben wollen. Er lernt die Hausherrin Adelheid Türkheimer kennen und beginnt mit ihr eine Affäre, die ihr Gatte mit einem Augenzwinkern registriert, da er selbst eine Vorliebe für die Tanzelevin Bienaimeé Matzke hegt. Aber unter der Gesellschaft befindet sich auch der Boulevardjournalist Kaflisch, der stets nach pikanten Geschichten Ausschau hält und die Affäre mit Interesse beobachtet.

Die Hausdame Adelheid Türkheimer protegiert Zumsee finanziell. Doch nur unter Protest lässt er sich darauf ein. Mit seinem ersten erfolgreichen Roman wird der Literat übermütig und verführt die Spielgefährtin des Generalkonsuls, Bienaimeé. Als der Generalkonsul Türkheimer bemerkt, dass Andreas Zumsee sich unrechtmäßig an seinem Besitz vergreift, zwingt das Ehepaar Türkheimer aus Rache, Zumsee zur Heirat mit Bienaimeé und schmeißen beide aus dem Schlaraffenland. Eine unbedachte Handlung des Günstlings Zumsee führt zu seinem schnellen Fall aus der feinen Gesellschaft.

Dem Journalisten Kaflisch und seine Kollegen entzückt gleichermaßen der geschichtliche Verlauf des schnellen Karriereaufstieges und Abstieg des Provinzliteraten Andreas Zumsee und seiner Frau Bienaimeé, die jetzt die Kehrseite von Berlin in einer dunklen Wohnung eines Hinterhauses kennenlernen dürfen. In seinem Roman "Im Schlaraffenland" lässt Heinrich Mann die ersten Berliner Erfahrungen seines Aufenthaltes mit einfließen.

Zum Autor

Der deutsche Schriftsteller Heinrich Mann wird am 27. März 1871 in Lübeck geboren. Er war der Sohn eines Lübecker Senators, Großkaufmanns und Reeders. Seine berufliche Laufbahn startet 1889 mit einer Buchhandelslehre bei "Zahn & Jaensch" in Dresden bis er 1891/92 ein Volontariat beim Berliner S. Fischer Verlag absolviert. Seine Erfolge als Schriftsteller feiert er mit den Roman, Erzählungen, Essays und Schauspiele wie "Im Schlaraffenland" (1900), "Professor Unrat" oder "Das Ende eines Tyrannen" (1905) sowie "Der Untertan" (1916/18). Den Roman Professor Unrat wurde mit dem Titel "Der blaue Engel" 1930 auf die Leinwand mit den Schauspielern Marlene Dietrich und Emil Jannings gebracht. Als 1933 der Nationalsozialismus in Deutschland überhandnimmt, emigriert Heinrich Mann zuerst nach Frankreich und dann in die USA. Im Jahre 1949 bekommt er den Vorsitz des Präsidenten der neu gegründeten Akademie der Künste in Ost-Berlin. Doch er stirbt am 12. März 1950 in Santa Monica, bevor er die Leitung übernehmen könnte.

"Im Schlaraffenland - Ein Roman unter feinen Leuten" im Überblick

Im Schlaraffenland - Ein Roman unter feinen Leuten

von Heinrich Mann

Sendezeit Mo, 13.07.2020 | 19:05 - 19:45 Uhr
Sendung MDR KULTUR "Lesezeit"
Radiosendung

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