
Hörspiel
Jurek Beckers "Jakob, der Lügner" als Hörspiel
DRS 2 sendet am Samstag die Hörspielfassung des Romans "Jakob, der Lügner" von Jurek Becker. Beckers im Jahr 1969 erschienenes Werk erzählt vom Leben zur Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde mehrfach verfilmt.
Jakob lebt im Ghetto. Er ist ein einfacher, nicht sonderlich mutiger Mann, aber der einzige, der sich wehrt. Er erzählt seinen Mitbewohnern, dass die Russen, die Befreier, schon nah sind. Er behauptet, ein Radio zu besitzen, was eine Lüge ist und eine lebensgefährliche dazu, denn Radios sind für Juden verboten. Er macht den Menschen Hoffnung, die sich zwar nicht erfüllt, die aber lebensnotwendig ist. "Die Leute brauchen keine Medizin so sehr wie Hoffnung", sagt er.
Jakobs täglich verbreitete Radionachrichten verändern das Leben im Ghetto. Ein junges Paar träumt auf einmal von der Heirat, die kleine Lina von der Schule und ein alter Schauspieler von den Rollen, die er nach dem Krieg spielen möchte. Es werden Pläne geschmiedet, man nimmt sich Zeit, an ein Morgen zu denken, die Selbstmordrate geht rapide zurück. Auch wenn Jakobs Lügen letztlich nichts an ihrem Schicksal ändern, denn alle müssen sie schließlich ins Todeslager, so helfen sie doch, das Schlimme etwas besser zu ertragen.
"Jakob, der Lügner" im Überblick
Jakob, der Lügner
von Jurek Becker
Mit Rudolf Wessely, Gerd Baltus, Céline Vogt u. a.
Produktion: 2002
| Sendezeit | Sa, 29.09.2012 | 20:00 - 21:00 Uhr |
| Sendung | SRF 2 Kultur "Hörspiel SRF 2" |