Der deutsch-österreichische Autor Leon Engler blickt in seinem Debütroman auf psychische Krankheiten – in der Familie seines Protagonisten, wie ganz generell in unserer Gesellschaft. Englers Sprache: zärtlich und brutal zugleich. «Ein stilistisches Glanzstück, dieses Buch», sagt Katja Schönherr.
Ein junger Mann blickt auf die Lebensläufe in seiner Familie zurück. Was er sieht, ist ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Grossmutter: bipolar, zwölf Suizidversuche. Der Grossvater: ständig in der Psychiatrie. Die Mutter: Alkoholikerin. Der Vater: depressiv. Wie schafft man es, mit diesem Background nicht selbst verrückt zu werden, zumal viele psychische
Krankheiten als erblich gelten? Der Erzähler fürchtet einen Familienfluch. Seine Angst führt ihn schliesslich selbst in die Psychiatrie, allerdings nicht als Patienten, sondern auf die andere Seite: als Therapeuten.
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Dieses Buch steht im Zentrum der Folge:
Leon Engler. «Botanik des Wahnsinns». 208 Seiten. DuMont, 2025.
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Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch
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In dieser Episode zu hören
- Leon Engler, Schriftsteller und Psychologe
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- Hosts: Katja Schönherr und Franziska Hirsbrunner
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Ein Podcast über Bücher und die Welten, die sie uns eröffnen. Alle zwei Wochen tauchen wir im Duo in eine Neuerscheinung ein, spüren Themen, Figuren und Sprache nach und folgen den Gedanken, welche die Lektüre auslöst. Dazu sprechen wir mit der Autorin oder dem Autor und holen zusätzliche Stimmen zu den Fragen ein, die uns beim Lesen umgetrieben haben. Lesen heisst entdecken. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur.
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Folge vom 19.09.2025Was ist normal? – «Botanik des Wahnsinns» von Leon Engler
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Folge vom 01.09.2025Der junge Schweizer Nelio Biedermann und sein Roman «Lázár»Dem 22-jährigen Schweizer Schriftsteller Nelio Biedermann ist mit seinem Roman «Lázár» ein aussergewöhnlicher Erfolg gelungen. Noch vor Publikation des deutschsprachigen Originals ist klar: Der Roman wird in 20 Ländern erscheinen. Eine Sensation für einen bislang noch unbekannten Schriftsteller. «Lázár» erzählt die Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie, die in den Wirren des 20. Jahrhunderts alles verliert: Geld, Schloss und Ansehen. Die Familiensaga folgt mehreren Generationen und ist geprägt von Verlust, Geheimnissen, Liebe, Erotik und Verrat. Eine bewegte und bewegende Geschichte, die historische Fakten mit fiktiven Figuren verbindet. Atmosphärisch und bildhaft erzählt. ____________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Nelio Biedermann. «Lázár». 336 Seiten. Rowohlt Berlin. ____________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch ____________________ In dieser Episode zu hören - Nelio Biedermann, Schriftsteller. ____________________ - Hosts: Jennifer Khakshouri und Michael Luisier. ____________________ Das ist «Literaturclub: Zwei mit Buch»: Ein Podcast über Bücher und die Welten, die sie uns eröffnen. Alle zwei Wochen tauchen wir im Duo in eine Neuerscheinung ein, spüren Themen, Figuren und Sprache nach und folgen den Gedanken, welche die Lektüre auslöst. Dazu sprechen wir mit der Autorin oder dem Autor und holen zusätzliche Stimmen zu den Fragen ein, die uns beim Lesen umgetrieben haben. Lesen heisst entdecken. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter https//www.srf.ch/literatur.
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Folge vom 22.08.2025Wer ist der Mensch? - «Jenseits der See» von Paul LynchIm Roman «Jenseits der See» des Iren Paul Lynch treiben zwei Fischer über Monate in einem Fischerboot übers Meer, ohne Aussicht auf Rettung. Das Werk sei «gewaltig», findet Host Felix Münger. Es erkunde überzeugend Grundfragen des Lebens und sei «bei aller Brutalität doch voller Lebenskraft». Zwei mexikanische Fischer werden auf dem Pazifik vom Sturm überrascht. Das Fischerboot gleitet fortan ohne Motor und Navigation übers Wasser. Roher Fisch und Regenwasser bilden die Nahrung. Mit diesem Roman hat der Booker-Preis-Träger Paul Lynch eine Parabel auf das Mensch-Sein an sich geschaffen. Wie begegnen wir den Dingen, die uns widerfahren? Was ist wichtig? Was gibt dem Leben Sinn, wenn alles Vertraute und sämtliche Gewissheiten wegbrechen? ____________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Paul Lynch. Jenseits der See. Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. 192 Seiten. Klett-Cotta, 2025. ____________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch ____________________ In dieser Episode zu hören: - Paul Lynch, Autor - Evelyn Bremberger, klinische Psychologin ____________________ Weitere erwähnte Bücher: - William Golding. Herr der Fliegen, Aus dem Englischen von Peter Torberg, 7. Auflage, 224 Seiten. Fischer, 2017. - Ernest Hemingway. Der alte Mann und das Meer. Aus dem Englischen von Werner Schmitz. 160 Seiten. Rowohlt, 2014. - Yann Martel. Schiffbruch mit Tiger. Aus dem Englischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié. 384 Seiten. Fischer, 2004. - Gerd Mantel, Evelyn Bremberger. Menschen in Ausnahmesituationen und psychosozialen Krisen. 272 Seiten. Facultas, 2024. ____________________ - Hosts: Felix Münger und Simon Leuthold ____________________ Das ist «Literaturclub: Zwei mit Buch»: Ein Podcast über Bücher und die Welten, die sie uns eröffnen. Alle zwei Wochen tauchen wir im Duo in eine Neuerscheinung ein, spüren Themen, Figuren und Sprache nach und folgen den Gedanken, welche die Lektüre auslöst. Dazu sprechen wir mit der Autorin oder dem Autor und holen zusätzliche Stimmen zu den Fragen ein, die uns beim Lesen umgetrieben haben. Lesen heisst entdecken. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur.
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Folge vom 08.08.2025«Russische Spezialitäten» von Dmitrij KapitelmanIn seinem Roman «Russische Spezialitäten» erzählt Dmitrij Kapitelman von seiner Kindheit und Jugend. Er wurde 1986 in Kiew geboren und kam mit seinen Eltern 1995 als sogenannt jüdischer Kontingentflüchtling nach Leipzig. Dort eröffneten die Eltern einen Laden mit Feinkost aus Osteuropa. Der (sic!) «Magasin» «Russische Spezialitäten» wurde zur Anlaufstelle für Menschen, die Heimweh nach früheren Zeiten hatten. Aber wie gut waren diese früheren Zeiten? Und wie klar die Identitäten, wenn zum Beispiel die ukrainischen Kapitelmans in Leipzig als «Scheissrussen» beschimpft wurden? Exil, Identität und Sprache sind die grossen Themen in diesem schwebenden und wunderbar komischen Roman. Die Figuren wachsen einem sofort ans Herz. Da ist auch die Mutter keine Ausnahme. Sie ist der russischen Propaganda verfallen und will selbst dann nichts von Fakten hören, als der Sohn eine hochriskante Reise in die ukrainischen Kriegsgebiete unternimmt. Nicht zuletzt lernt man mit «Russische Spezialitäten» einen üppig sortierten Laden kennen, in dem man zu gerne mal eingekauft hätte. Host Katja Schönherr, die ihre Kindheit und Jugend in der ehemaligen DDR verbrachte, hat zumindest einschlägige Warenkenntnis. So weiss sie, dass «Smetana» kein Bier ist, wie Franziska Hirsbrunner glaubte. ____________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Dmitrij Kapitelman. Russische Spezialitäten. 192 Seiten. Hanser Berlin Verlag ____________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch ____________________ In dieser Episode zu hören - Dmitrij Kapitelman, Schriftsteller ____________________ - Hosts: Franziska Hirsbrunner und Katja Schönherr ____________________ Das ist «Literaturclub: Zwei mit Buch»: Ein Podcast über Bücher und die Welten, die sie uns eröffnen. Alle zwei Wochen tauchen wir im Duo in eine Neuerscheinung ein, spüren Themen, Figuren und Sprache nach und folgen den Gedanken, welche die Lektüre auslöst. Dazu sprechen wir mit der Autorin oder dem Autor und holen zusätzliche Stimmen zu den Fragen ein, die uns beim Lesen umgetrieben haben. Lesen heisst entdecken. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter https://www.srf.ch/literatur