
Hörspiel
Mein prähistorisches Hirn
Der Hirnforscher Meier leidet an einer Krankheit, die seinen Körper und sein Gehirn nicht tun lässt, was er will. Trotzdem beobachtet er seinen Zerfall aufmerksam und teilt seine Gedanken mit anderen. Er sieht eine Chance, durch die Krankheit mehr Leben zu gewinnen.
Meier ist ein Experte in der Hirnforschung. Er versteht alles über seine Krankheit, die sein Gehirn dazu bringt, nicht das zu tun, was er will und seinen Körper unvorhersehbar zu machen. Trotzdem beobachtet Meier seinen eigenen Zerfall aufmerksam und gibt nicht auf. "Diese Krankheit hat mich schwer beleidigt", sagt er. "Aber wenn ich das überlebe, werde ich nicht nur Wissen gewinnen, sondern auch... Leben!"
Der Mensch sei für sein eigenes Gehirn nicht gut genug geeignet, bemerkt Meier skeptisch. Muss die medizinische Forschung immer vorangehen und den Menschen vorgaukeln, dass die Welt ein Paradies ist?
Über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg tauschte sich Autor und Regisseur Andreas Liebmann mit dem schwerkranken Neuropathologen aus und entwarf aus diesen Gesprächen seinen Text. Dieser schildert den beeindruckenden Kampf eines Mannes, der trotz seiner Krankheit versucht, seine Autonomie und Kreativität zu bewahren, unterstützt durch sein tiefes Verständnis des menschlichen Gehirns und dessen Auswirkungen bei Krankheiten wie seiner eigenen.
Zum Autor
Andreas Liebmann selbst ist ein talentierter Performer, Autor und künstlerischer Leiter. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen ortsspezifischen Performances und Theaterstücken. Er lässt Ansätze aus unterschiedlichsten Feldern wie Naturwissenschaften, Anthropologie oder Politik einfließen. Seit August 2015 unterrichtet er konzeptionelle Regie an der Dansk Scenekunstskole in Kopenhagen. Zu Hause ist er in Berlin und Zürich.
"Mein prähistorisches Hirn" im Überblick
Mein prähistorisches Hirn
von Andreas Liebmann
Mit Astrid Meyerfeldt, Benedikt Volk-Orlowski
| Sendezeit | So, 10.12.2023 | 17:04 - 18:00 Uhr |
| Sendung | WDR 5 "Das Hörspiel am Sonntag" |