
Klassische Musik
Orchestre National de France
Eine jugendliche Prinzessin stand zumindest nominell im Mittelpunkt der abendlichen Darbietung: Maurices Ravels Pavane pour une infante défunte. Dieses Stück wurde 1899 für Klavier komponiert und nach einem Jahrzehnt für Orchester bearbeitet. Es gehört zu einer Vielzahl von Kompositionen, die Ravel ursprünglich für das Klavier schuf.
Bereits in diesem frühen Teil des Konzerts zeigten sich die Bläser des Ensembles als besonders talentiert. Während das Solo-Horn sinnbildlich gesprochen noch nicht in Bestform war, glänzte die Flöte umso stärker.
Dem Pianisten Chamayou wird zu Recht nachgesagt, einer der bedeutendsten Interpreten von Ravel zu sein. Seine Einleitung im gemächlichen Satz fesselte das Publikum, dessen Aufmerksamkeit den ganzen Abend über nicht immer so präsent war. Gegen Ende des zweiten Satzes boten Englischhorn, Flöte und Oboe ein unauffällig beeindruckendes Spiel. Philippe Jordan führte das Orchestre National de France mit Anmut und Können durch die anspruchsvollen Passagen des Klavierkonzerts, einschließlich des stürmischen und kurzen Schlusses.
Nach der Pause kamen stark spanisch inspirierte Werke zu Gehör, die im Boléro gipfelten, dem bekanntesten Werk des baskischen Komponisten, der allerdings meinte, es sei "leider keine Musik". Aber zuvor begann die viersätzige Rapsodie espagnole mit einem abermals beeindruckenden Einsatz der Bläser im Prélude à la nuit. Ein wahres Vergnügen waren die hörbar klaren Bass-Pizzicati der Malagueña. Der dritte Abschnitt, die Habanera, wurde luftig und elegant dargeboten, bevor die Feria schließlich zu einem wahren Fest wurde, wie es der Titel ankündigt.
"Orchestre National de France" im Überblick
Orchestre National de France
von Ravel
Mit Leitung: Philippe Jordan / Bertrand Chamayou, Klavier
Kirche Saint-Jean-Baptiste, Saint-Jean-de-Luz
4. September 2025
| Sendezeit | So, 21.06.2026 | 13:05 - 15:00 Uhr |
| Sendung | BR-KLASSIK "Après-midi" |