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Über die Faulheit: "Es ist ein edel Ding um Muße und Müßiggehen"
„Müßiggang ist aller Laster Anfang“ – dieser Spruch, oft zitiert und moralisch aufgeladen, stammt vermutlich vom Franziskanermönch Berthold von Regensburg aus dem 13. Jahrhundert. In der Antike hingegen galt Faulheit keineswegs als verwerflich. Erst das Christentum erklärte sie zur Todsünde – und die bürgerliche Gesellschaft übernahm diesen Gedanken bereitwillig.
Doch stellt sich heute die Frage: Haben wir nicht längst eine Pflicht zur Faulheit? Ist es nicht gerade unser rastloser Fleiß, der immer größere Autos auf die Straßen und immer mehr Plastikmüll in die Welt bringt? Faulheit kann auch ein Motor des Fortschritts sein. Vielleicht war es ein Bequemer, der das Rad erfand, um Lasten nicht mehr schleppen zu müssen. Und wer Fertiggerichte erfand, hatte vielleicht einfach keine Lust mehr zu kochen. Was, wenn Faulheit mehr ist als bloße Trägheit oder Bequemlichkeit? Könnte sie nicht Grundlage einer anderen, bewussteren Kultur des Lebens sein – jenseits von Dauerstress, Leistungsdruck und Selbstoptimierung?
"Über die Faulheit: "Es ist ein edel Ding um Muße und Müßiggehen"" im Überblick
Über die Faulheit: "Es ist ein edel Ding um Muße und Müßiggehen"
von Günter Wessel
Produktion: 12.06.2024
| Sendezeit | Mi, 28.05.2025 | 19:30 - 20:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Kultur und Geschichte" |