Homosexuelle waren plötzlich nicht nur sichtbar, sie veränderten auch das Bild, das die Gesellschaft sich von ihnen machte - mit Pop(-Musik)
Homosexuelle waren plötzlich nicht nur sichtbar, sie veränderten auch das Bild, das die Gesellschaft sich von ihnen machte - mit Pop(-Musik) / "The rainbow flag waving in the wind at San Francisco's Castro District" © Benson Kua / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0

80er JahreBunt gemischt

Smalltown Boys - Als der Pop plötzlich schwul wurde

Viele schwule Musiker haben heute gelernt, ihre Homosexualität offen in ihre Songs und ihr Auftreten einzubringen. Früher sah das anders aus. Erst Bands wie Frankie Goes to Hollywood, die Pet Shop Boys oder Boy George bei Culture Club zeigten in den 1980er Jahren explizit ihre Homosexualität.

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Schwule? Ein Witz. Lesben? Wo denn? Mag ja sein, dass Rock und Pop immer schon gern gegen ein paar Konventionen verstießen. Aber Homosexualität war nicht dabei. Weshalb Freddie Mercury selbstverständlich bisexuell war. Wenn überhaupt.

Und die Village People ulkige Partynudeln und kein schwules Statement aus eben jenem Village.

Das alles änderte sich recht plötzlich Anfang der 1980er: Jimmy Sommerville besang bei Bronski Beat den "Smalltown Boy", den jungen Schwulen in einem homophoben Umfeld. Die Communards legten auch inhaltlich nach, die Pet Shop Boys luden Schwulen-Ikonen wie Liza Minnelli ins Studio,

Anne Clark sprach ihre düsteren Manifeste, Boy George spielte bei Culture Club mit den Geschlechterrollen, Frankie Goes to Hollywood forderten "Relax" und die BBC schaltete auf Skandal - weil man ahnte, was Holly Johnson da besang.

Homos waren plötzlich nicht nur sichtbar, sie waren auch wütend, politisch und sie veränderten für immer das Bild, das die Gesellschaft sich von ihnen macht.

Ein "Nachtclub Extra" über die "Smalltown Boys" und jene Zeit dreißig Jahren, als der Pop schwul wurde.

Als der Pop plötzlich schwul wurde im Überblick

Sendezeit So, 24.08.2014 | 20:15 - 21:00 Uhr
Sendung NDR Info "Nachtclub Extra"
Radiosendung