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"Allein mit meinem Spiegelbild" - Eine "Lange Nacht" über Mascha Kaléko
Vor hundert Jahren als Tochter einer österreichischen Mutter und eines russischen Vaters in Galizien geboren, wird die jüdische Dichterin Mascha Kaléko um 1930 in Berlin als moderne Bänkelsängerin für das Feuilleton entdeckt. Ihre zuerst in Zeitungen, später auch in Büchern gedruckten Verse über den Alltag für den Alltag sind sowohl gegenwartsnah als auch zeitlos.
Geprägt von Melancholie und Ironie ähneln sie zwar den Gedichten von Erich Kästner, Kurt Tucholsky und Joachim Ringelnatz, haben jedoch ihren eigenen, weiblich-zärtlichen Klang und ihren unverwechselbar poetisch-sarkastischen Charme. Als markante Beispiele großstädtischer Gebrauchslyrik sind sie zugleich Fragmente einer versteckten Autobiografie Mascha Kalékos, die 1938 mit ihrem zweiten Ehemann in die USA emigrierte, in den 50er-Jahren nach Europa zurückkehrte, später vereinsamt in Israel lebte und 1975 in Zürich starb.
Über ihr von Konflikten und Verlusten geprägtes Leben äußerte sich Mascha Kaléko selbst nur ungern und verwies stets auf ihre Gedichte. Sie werden wie ihre Prosa-Skizzen daher in dieser dokumentarisch-lyrischen Collage bewusst als Teile ihres Lebensmonologes gedeutet und sollten auch so gehört werden.
Ausschließlich Lyrik- und Prosa-Zitate wurden mit Brief-, Tagebuch- und Zeitzeugen-Zitaten assoziativ verbunden, um so ein möglichst authentisches wie literarisch überzeugendes Porträt von der Frau und Dichterin Mascha Kaléko zu zeichnen.
Mascha Kaléko im Überblick
| Sendezeit | Sa, 24.12.2011 | 23:05 - 02:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Lange Nacht" |
