Wilhelm Leuschner, der Untergrundkämpfer gegen Hitler
Wilhelm Leuschner, der Untergrundkämpfer gegen Hitler © AP/World Wide Photos (see "Illustrations", London 2000, p. viii.) / Wikimedia Commons / Public domain

Feature

Deckname "Onkel" - Wilhelm Leuschner und der zivile Widerstand

Wilhelm Leuschner baute ein konspiratives Netzwerk auf, um Hitler zu stürzen. Nach dem gescheiterten Attentat wurde er hingerichtet, doch viele Mitstreiter überlebten unerkannt. Von Stauffenberg und dem Kreisauer Kreis wurde er "Onkel" genannt, der jahrelang im Untergrund arbeitete.

Wenn das Attentat auf Hitler durch Stauffenberg erfolgreich gewesen wäre, würden zahlreiche Zivilisten Polizeistationen und Radiosender besetzen und lokale Verwaltungen übernehmen.

Der ehemalige SPD-Innenminister in Hessen zur Zeit der Weimarer Republik, Wilhelm Leuschner, hatte das Netzwerk im Geheimen aufgebaut. Aber das erwartete Signal aus Berlin blieb aus. Die Militärs um Stauffenberg oder der Kreisauer Kreis bezeichneten ihn liebevoll "Onkel". Für die Verschwörerinnen und Verschwörer gegen Hitler aus sozialdemokratischen, christlichen oder gewerkschaftlichen Kreisen war er auch als "der Hauptsächliche" oder ein "Briefmarkenfreund" aus Berlin bekannt.

Über Jahre hinweg arbeitete Wilhelm Leuschner im Verborgenen daran, eine breite Bewegung für den Sturz der nationalsozialistischen Diktatur zu mobilisieren. Die Gestapo befragte ihn regelmäßig misstrauisch über seine Kontakte während seiner zahlreichen Reisen durch das Land. Offiziell reiste Leuschner als Industrieller, doch die Nationalsozialisten konnten sein geheimes Netzwerk nicht aufdecken. Nach dem fehlgeschlagenen Attentat wurde Leuschner exekutiert. Viele seiner Mitstreiter flogen nicht auf und entkamen mit dem Leben.

"Deckname "Onkel" - Wilhelm Leuschner und der zivile Widerstand" im Überblick

Deckname "Onkel" - Wilhelm Leuschner und der zivile Widerstand

von Ludger Fittkau

Produktion: 2019

Sendezeit Di, 16.07.2024 | 19:15 - 20:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Das Feature"
Radiosendung