
FeatureKultur & Gesellschaft
Denkmäler für wen? Über Formen des Erinnerns und Vergessens
Denkmäler sollen Einfluss darauf nehmen, wie wir uns an unsere Historie erinnern. Doch was geschieht, wenn Lebensgeschichten vielschichtiger sind, als sie Denkmäler darstellen können oder sollten?
Ein Mann, der einst in Auschwitz Öfen baute, und ein Wehrmachtsflüchtling aus einer kleinen Stadt in Thüringen: Heute wird beiden auf Plätzen öffentlich gedacht. Ihre Namen sind für die Zukunft verewigt – der eine jedoch zu Unrecht, der andere viel zu spät und zunächst unter falschen Annahmen. Dass Denkmäler dauerhaft, beständig und in der Regel aus Stein gefertigt sind, harmoniert nicht immer mit den Personen, die sie ehren sollen, da deren Lebenswege bei genauerer Betrachtung oft sehr zwiespältig sind.
Wie können wir das Erinnern an historische Tatsachen angemessen gestalten, wenn fortwährend neue Informationen und Quellen ans Tageslicht kommen? Wie wird das kulturelle Gedächtnis herausgefordert, wenn sich politische Systeme wandeln und damit auch die gesellschaftlichen Verhältnisse – und somit die Frage, wie und an wen erinnert werden sollte? Insgesamt stellt sich die Frage: Ist ein aus Stein gehauenes Gedächtnis noch zeitgemäß und anpassungsfähig?
"Denkmäler für wen? Über Formen des Erinnerns und Vergessens" im Überblick
Denkmäler für wen? Über Formen des Erinnerns und Vergessens
von Gina Enslin, Marty Sennewald
| Sendezeit | Mi, 20.05.2026 | 19:30 - 20:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Kultur und Geschichte" |