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Der Abessinienkrieg und die italienischen Kriegsverbrechen im Faschismus
Der italienische Faschismus wird weithin in seiner Grausamkeit unterschätzt. Der Abessinienkrieg ist ein schreckliches Beispiel dafür: Im heutigen Äthiopien startete Italien Mitte der 30er-Jahre einen Eroberungskrieg, dem hunderttausende Abessinier zum Opfer fielen. Ein Feature zum Thema.
In Italien hält sich bis heute die Legende vom 'humaneren' Faschismus all'italiana, nicht nur unvergleichbar mit dem barbarischen Nazi-Regime, sondern frei von Gewaltexzessen und Gräueltaten. Denn der Mythos der guten Italiener ("Italiani Brava Gente") überdeckt die nicht aufgearbeitete Vergangenheit.
So wissen bis heute nur wenige von den während des Faschismus begangenen Kriegsverbrechen, etwa im Abessinienkrieg im heutigen Äthiopien. Die überstiegen in ihrer Dimension alle bis dahin bekannten Gewalttaten: Denn Benito Mussolini hatte große Pläne, fand willige Helfer und wusste die breite Masse der Bevölkerung hinter sich.
Neuer "Lebensraum" in Afrika war seine Devise, ein zweites italienisches Imperium nach dem Römischen, ein Tausendjähriges Reich, unter Führung der überlegenen italienischen Rasse.
Was ist in den 1930er Jahren in Äthiopien geschehen? Wie sehr ist das heutige Italien von dieser Vergangenheit geprägt? Und wie gefährlich ist das Nicht-Wissen über die Ereignisse angesichts der neofaschistischen Bewegungen im heutigen Europa?
"Der Abessinienkrieg und die italienischen Kriegsverbrechen im Faschismus" im Überblick
Der Abessinienkrieg und die italienischen Kriegsverbrechen im Faschismus
von Roman Herzog
Produktion: 2013
| Sendezeit | Di, 22.09.2015 | 20:05 - 21:00 Uhr |
| Sendung | NDR Kultur "Kulturforum" |