
Feature
Der Duft von Rosenholz: Die Parfümindustrie und die Sateré-Mawé
Rosenholzöl galt lange Zeit als essenzielle Komponente in zahlreichen luxuriösen Parfüms. Doch der steigende Appetit auf diesen wertvollen Duftstoff verursachte im tiefen Amazonasgebiet sowohl Armut als auch Schaden.
Vor einem Jahrhundert erlebten Parfüms mit fremdartigen Düften einen gewaltigen Aufschwung, der in der Parfümbranche zu einem nahezu unersättlichen Bedarf an Rosenholz führte. Die Autorin Ulrike Prinz verfolgt die unsichtbare Duftspur des Rosenholzöls bis weit in die Amazonaswälder, wo indigene Bevölkerungen das Holz unter extrem harten Bedingungen für die Parfümindustrie ernteten. Die Gier nach diesen edlen Aromen forderte ihren Tribut: Indigene Gruppen gerieten in Abhängigkeitsverhältnisse, während der Baumbestand in einigen Regionen stark dezimiert wurde. Schließlich geriet eine weltweit bekannte Marke ins Visier von Naturschützern: Chanel Nr. 5 sah sich mit Boykottaufrufen konfrontiert, denn in diesem international meistverkauften Parfüm war Rosenholzöl enthalten – laut Chanel allerdings nur in minimalen Dosen.
Doch die Entwicklung der Rosenholzbäume fand hier nicht ihr Ende. Im brasilianischen Regenwald hat ein Wandel stattgefunden. Wer heute dem Duftpfad des Rosenholzes folgt, begegnet den stolzen Sateré-Mawé, die mutig neue Pfade beschreiten – auf dem Weg zu Eigenständigkeit und einem erfüllten Dasein.
"Der Duft von Rosenholz: Die Parfümindustrie und die Sateré-Mawé" im Überblick
Der Duft von Rosenholz: Die Parfümindustrie und die Sateré-Mawé
von Ulrike Prinz
Produktion: 2025
| Sendezeit | Di, 24.11.2026 | 19:15 - 20:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk "Das Feature" |