
Hörspiel
Der Erlkönig - Die sinistren Aufzeichnungen des Abel Tiffauges | Teil 1 von 2 Folgen
Teil 1/2 | In den 1930er-Jahren in Paris arbeitet Abel Tiffauges als Automechaniker. Er treibt völlig befremdlich und in sich selbst versponnen durch sein Leben. Insgeheim liebt er Deutschland oder eher die Version in seinem Kopf. Der preisgekrönte Roman von Michel Tourniers hier als Hörspiel.
Abel Tiffauges ist mit seiner Situation eigentlich ganz zufrieden. Er wurde zwar für ein Verbrechen verurteilt, welches er gar nicht beging, aber begangen haben könnte, aber immerhin schickte man ihn dafür an die Front, wodurch er in sein Traumland, das Dritte Reich, gelangte. Für ihn war es so etwas wie sein Hyperborea . Schon Nietzsche sagte: "Wir sind Hyperboreer, wir wissen gut genug, wie abseits wir leben."
Angela di Ciriaco-Sussdorff sagte über das Stück, dass Tiffauges fragwürdige und aufwühlende Obsession mit Kindern, seine Lust nach Frischfleisch, seine Leidenschaft für die Reparatur schöner Autos, seine mechanische Herangehensweise an Geschlechtsverkehr und andere Kruditäten abstoßend wirken, aber es nicht sind. Text und Radioadaption sind von luziden, gleichsam kommentierenden Passagen geprägt, welche das cartesianische Denken des Philosophen Michel Tournier aufzeigen.
Zum Autor
Der französische Schriftsteller Michel Tournier wurde 1924 geboren und verstarb 2016. Für seinen zweiten Roman "Der Erlkönig" welcher 1970 erschien, wurde er mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Mit verweis auf Goethes Ballade ist der Titel eine Anspielung auf die Nazis und ihre Darstellung als Kindesverführer. Verfilmt wurde der Roman in Jahr 1996 von Volker Schlöndorff mit dem Titel "Der Unhold". Tournier erhielt die Goethe-Medaille und einen Ehrendoktor der Londoner Universität. Bis zu seinem Tod lebte er als freier Schriftsteller in Choisel bei Paris.
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