Dissidentenliteratur Kubas hat nach Fidel Castros tot, weiterhin bestand
Dissidentenliteratur Kubas hat nach Fidel Castros tot, weiterhin bestand © Pexels / pixabay.com

Kultur & Gesellschaft

"Der Genosse, der sich um uns kümmert" Die kubanische Dissidentenliteratur

Kubanische Schriftsteller können nur innerhalb der offiziellen Dogmen kritisieren, wer sich widersetzt, wird bestraft. Angel Santiesteban wurde wegen Kritik an der politischen Situation verurteilt. Der Umstand zur Entstehung der Dissidentenliteratur Kubas ist dramatisch.

Die kubanischen Schriftsteller waren nach der Revolution gezwungen, ihre Gesellschaftskritik innerhalb der vorgegebenen Dogmen zu äußern. Jeder, der sich außerhalb dieser Vorgaben bewegte, wurde schnell ausgestoßen. Einer der ersten Autoren, die dies erfahren mussten, war Heberto Padilla in den späten 1960er Jahren.

Die Repression gegen unabhängige Schriftstellerinnen und Schriftsteller hält bis heute an und führt mitunter sogar zur Kriminalisierung von Autoren wie Angel Santiesteban. In den 1990er Jahren galt er als vielversprechender Nachwuchsautor. Seine Erzählungen wurden mit offiziellen Preisen ausgezeichnet. Doch als er begann, sich in Blogs kritisch mit der politischen Situation auseinanderzusetzen, nahmen die Schikanen zu und schließlich wurde er wegen angeblicher "häuslicher Gewalt" zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Aufgrund des internationalen Drucks wurde er vorzeitig entlassen. Dennoch entschied er sich in Kuba zu bleiben. Gerade erst wurde er wieder unter Hausarrest gestellt. Andere kritische Autoren seiner Generation wie Amir Valle, José Manuel Prieto, Enrique del Risco oder Antonio José Ponte flüchteten vor den staatlichen Repressionen und emigrierten.

"Der Genosse, der sich um uns kümmert" Die kubanische Dissidentenliteratur im Überblick

Sendezeit So, 03.12.2023 | 22:05 - 23:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk Kultur "Literatur"
Radiosendung