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Die Pflege-Falle – Mit Opa allein zuhause
Derzeit werden über 80 Prozent der pflegebedürftigen Personen in ihrem Zuhause versorgt, häufig durch Ehepartner, Kinder oder Freunde. Sogar bei Personen mit schweren Pflegebedürfnissen lebt jeder Zweite in einem häuslichen Umfeld. Dies geschieht oft auf eigenen Wunsch, zunehmend jedoch aufgrund fehlender Alternativen. Der Mangel an Plätzen in Pflegeeinrichtungen und die hohen Kosten solcher Unterkünfte sind ein Problem. Dennoch ist auch die Pflege zu Hause nicht unbegrenzt machbar, da ambulante Pflegekräfte, welche die Angehörigen unterstützen könnten, vielerorts Mangelware sind.
Diese Situation führt fast unvermeidlich zu einer Überlastung der pflegenden Personen. Ein Drittel dieser Helfer fühlt sich überfordert, ein Viertel hat die Arbeitszeit verringern müssen, und 15 Prozent mussten sogar ganz auf ihren Beruf verzichten. Eine bedenkliche Tendenz: Neue Umfragen zeigen, dass sich gegenwärtig lediglich 44 Prozent der Befragten vorstellen können, die Pflege innerhalb der Familie zu übernehmen, falls erforderlich.
Ein Experte im Gesundheitsbereich merkt an, dass Angehörige gegenwärtig noch eine Stütze des Pflegesystems darstellen. Er schätzt den Umfang der unbezahlten Pflegeleistungen auf jährlich 200 Milliarden Euro, was dreimal mehr ist als die Gesamtausgaben der Pflegeversicherung. Doch wie lange kann dieses System so weiter funktionieren? Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um die Pflege zu Hause zu erleichtern?
"Die Pflege-Falle – Mit Opa allein zuhause" im Überblick
Die Pflege-Falle – Mit Opa allein zuhause
von Ernst-Ludwig von Aster, Anja Schrum
| Sendezeit | Mo, 20.04.2026 | 19:30 - 20:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Politik und Soziales" |