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Die Todesstrafe ist angemessen - Urteil auf Bestellung
Als die Arbeiter in der DDR am 17. Juni 1953 auf die Straße gingen, zählte der Magdeburger Gärtner Ernst Jennrich zu den Protestierenden. Bald darauf wurde er von den Behörden verhaftet. In einem öffentlichen Schauprozess wird er zum Tode verurteilt. Der Rundfunk zeichnete die Verhandlung auf.
Am Morgen des 17. Juni 1953 begibt sich der Gärtner Ernst Jennrich, der einen Auftrag von der LPG "Einheit" erhalten hat, auf einen Behördengang ins Zentrum von Magdeburg. Dort gerät er unvermittelt in eine Demonstration, die an diesem Tag in der gesamten DDR stattfindet.
Jennrich ist lediglich ein Passant und Zaungast, der sich jedoch von der Menge mitreißen lässt und schließlich mit einem Demonstrationszug vor der Haftanstalt Sudenburg landet. Hier sind Schüsse gefallen und die Wachen wurden entwaffnet. Es wird vermutet, dass es Tote gegeben hat.
Am folgenden Tag wird Jennrich inhaftiert und von sowjetischen Truppen verhört. Schließlich wird er in die Obhut der Volkspolizei übergeben und bleibt in Haft. Vor dem Bezirksgericht Magdeburg wird Jennrich angeklagt. Der Prozess wird von Anfang an als Farce empfunden. Es wird behauptet, dass Jennrich einen der drei Polizisten erschossen habe, die bei der Schießerei vor dem Gefängnis ums Leben kamen.
Im Verlauf der Verhandlung stellt sich jedoch heraus, dass Jennrich erst eine Stunde nach den tödlichen Schüssen am Tatort eingetroffen ist. Der Mord kann ihm somit nicht nachgewiesen werden. Trotzdem wird Jennrich zu Unrecht verurteilt. Das Werk "Die Todesstrafe ist angemessen" wurde von den Autoren Christine Sievers und Nicolaus Schröder verfasst.
"Die Todesstrafe ist angemessen - Urteil auf Bestellung" im Überblick
Die Todesstrafe ist angemessen - Urteil auf Bestellung
von Nicolaus Schroeder, Christine Sievers
Produktion: 2014
Sendezeit | So, 18.06.2023 | 13:04 - 14:00 Uhr |
Sendung | WDR 5 "Dok 5 - Das Feature" |