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Ein Lied für die Eingeborenen von Trizonesien - Eine kleine Geschichte der deutschen Nationalhymne(n)
Angela Merkel wird bei einem Staatsbesuch in den USA mit einem Karnevalsschlager der Höhner empfangen - heute unvorstellbar! Doch es gab eine Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Deutschland keine eigene Nationalhymne besaß und Gassenhauer in dieser Art als Ersatz dienten...
1945 verboten die Alliierten das öffentliche Singen des Deutschlandliedes. Zu martialisch war ihnen vor allem das "Deutschland, Deutschland über alles".
Daraufhin wurde unter anderem Karl Berbuers Karnevalsschlager "Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien" zur Ersatzhymne. Als Bundeskanzler Konrad Adenauer bei einem Staatsbesuch aber mit "Heidewitzka, Herr Kapitän" begrüßt wurde - ebenfalls ein Gassenhauer von Berbuer -, ergriff er die Initiative.
Dabei war das Deutschlandlied erst im Ersten Weltkrieg martialisch umgedeutet worden. Hoffmann von Fallersleben hatte es 1841 geschrieben, als Aufruf gegen die deutsche Kleinstaaterei. Jahrzehntelang war es eines der populärsten politischen Lieder, doch erst 1922 erklärte Reichspräsident Friedrich Ebert alle drei Strophen zur Nationalhymne.
Bis sie nach der Wiedervereinigung 1991 endgültig auf die dritte Strophe beschränkt wurde, gab es noch einige Wirren, an denen auch Bundespräsident Theodor Heuss Anteil hatte.
"Eine kleine Geschichte der deutschen Nationalhymne(n)" im Überblick
Eine kleine Geschichte der deutschen Nationalhymne(n)
von Stefan Fries
Produktion: 2012
| Sendezeit | Fr, 06.12.2013 | 08:30 - 09:00 Uhr |
| Sendung | SWR Kultur "Wissen" |