
Feature
Frau Oberfeldwebel fährt vorweg - Porträt einer Bundeswehrsoldatin
Ende der 90er Jahre bewarb sich erstmals eine deutsche Frau - die Elektronikerin Tanja Kreil - bei der Bundeswehr um eine Stelle im Truppendienst. Die Bewerbung landete sofort im Papierkorb. Der Grund: ihr Geschlecht. Frauen waren in der Bundeswehr lediglich als Krankenschwestern, Ärztinnen oder im Musikkorps zugelassen.
Tanja Kreil klagte vor dem Europäischen Gerichtshof - und bekam Recht. Frauen vom Dienst an der Waffe auszuschließen, sei ein Verstoß gegen den Gleichheitsgedanken zwischen Männern und Frauen, lautete das Urteil. So dürfen seit dem 1. Januar 2001 auch Frauen Kampfjets fliegen, Panzer fahren und mit der Waffe schießen.
Eine der ersten Frauen, die von dieser Öffnung profitiert hat, war Ina Frede. Als Spitzenfahrerin führt sie die Motorradstaffel in Berlin an. Seit acht Jahren dient sie bei den Feldjägern, der Militärpolizei der Bundeswehr. In der Unteroffizierslaufbahn hat Ina Frede schnell Karriere gemacht. Heute ist sie Oberfeldwebel und leitet die Ehreneskorte, wenn ausländische Staatsgäste in Berlin sind.
Ein Jahr lang hat die Autorin Wiebke Nieland Ina Frede in der Berliner Julius-Leber-Kaserne begleitet, ihren Alltag beobachtet, sie zuhause besucht und mit ihr über die Schwierigkeiten gesprochen, sich in dieser Männerdomäne zu behaupten.
"Frau Oberfeldwebel fährt vorweg - Porträt einer Bundeswehr-Soldatin" im Überblick
Frau Oberfeldwebel fährt vorweg - Porträt einer Bundeswehr-Soldatin
von Wiebke Nieland
Produktion: 2010
| Sendezeit | Sa, 08.01.2011 | 09:00 - 09:35 Uhr |
| Sendung | MDR KULTUR "Feature" |