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Glamei und Esperanto - Der fast vergessene europäische Kleinstaat Neutral-Moresnet
Europa anno 1815. Napoleon ist besiegt. Auf dem Wiener Kongress teilen die alten Feudalmächte Österreich, Russland und Preußen Europa neu auf.
Die Grenzziehung zwischen Preußen und dem Vereinigten Königreich der Niederlande gestaltet sich schwierig. Ein kleiner Teil der Gemeinde Moresnet, 344 Hektar groß mit 256 Einwohnern, wird zum Zankapfel. Dort lagert das größte damals in Europa bekannte Galmei-Vorkommen, ein weltweit als Werkstoff sehr begehrtes Zinkerz.
Da sich Preußen und Holländer nicht einigen können, entsteht für über hundert Jahre einer der kuriosesten europäischen Zwergstaaten: Neutral-Moresnet.
Der Flecken wird unter gemeinschaftliche Verwaltung gestellt und entwickelt sich zu einer blühenden Oase, einerseits ein schillerndes "Steuerparadies" mit reger Schmuggeltätigkeit, andererseits ein lebendiger Vielvölkerstaat en miniature, der zur Welthauptstadt des Esperanto erkoren wird.
Heute heißt das ehemals neutrale Gebiet Kelmis, gehört zu Belgien und liegt im deutsch-niederländisch-belgischen Dreiländereck bei Aachen. Kaum noch etwas erinnert an das historische Kuriosum, aber viele Geschichten und Legenden haben sich im Bewusstsein der Menschen gehalten.
"Glamei und Esperanto - Der fast vergessene europäische Kleinstaat Neutral-Moresnet" im Überblick
Glamei und Esperanto - Der fast vergessene europäische Kleinstaat Neutral-Moresnet
von Eduard Hoffmann und Jürgen Nendza
| Sendezeit | Di, 20.08.2013 | 08:30 - 09:00 Uhr |
| Sendung | SWR Kultur "Wissen" |
