Berge und Fjorde - wer in Grönland die Zivilisation verlässt, um in der Wildnis zu leben, wird Qivittoq genannt
Berge und Fjorde - wer in Grönland die Zivilisation verlässt, um in der Wildnis zu leben, wird Qivittoq genannt © Tore Paulsen / freeimages.com

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Going Qivittoq - Eine Reise zu den Geistern Grönlands

Qivittoqs sind in Grönland Menschen, die die Gemeinschaft verlassen, um allein draußen in der Natur zu leben. Viele glauben, dass Qivittoqs in der Wildnis übernatürliche Fähigkeiten entwickeln und zu einer Art Wiedergänger werden. Geschichten und Gesänge über sie sind in Grönlands Kultur verankert.

Was sehen wir, wenn wir nach Grönland reisen? Welche Worte finden wir für das Fremde, die Wildnis, ein Leben jenseits unserer eigenen Grenzen?

Was nehmen wir wahr, wenn unsere Wahrnehmung sich nicht auf Bekanntes stützen kann, was passiert im Augenblick der Erfahrung mit uns?

"Going Qivittoq", sagt man in Grönland zu denen, die es nicht aushalten können in den Städten und allein aufbrechen in die Natur.

Sie erwerben dort draußen womöglich so übermenschliche Fähigkeiten, dass sie uns unähnlich werden und unheimlich. Wenn ein Qivittoq jemand ist, der fern lebt von seinen Wurzeln, seiner Herkunft, seinen ursprünglichen Bindungen, sagt die in Grönland geborene Performancekünstlerin Jessie Kleemann, ist dann nicht jeder Künstler ein Qivittoq?

Wer eigentlich entscheidet darüber, wo die Grenzen einer Kultur verlaufen? - "And now I ask: Is a Greenlander by definition a qivittoq?"

"Eine Reise zu den Geistern Grönlands" im Überblick

Eine Reise zu den Geistern Grönlands

von Sabine Küchler

Produktion: 2013

Sendezeit Fr, 13.12.2013 | 20:05 - 21:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Das Feature"
Radiosendung