
FeatureKultur & Gesellschaft
Heilsames Donnerwetter oder böse Verwünschung? - Über die Kultur des Fluchens
Unter Verwünschungen werden Adam und Eva von Gott aus dem Paradies vertrieben. Das Fluchen ist also von jeher in der Kultur der Menschen verankert. Phrasen wie "Fahr zur Hölle!" sind heute noch in unserem Wortschatz gebräuchlich, dienen jedoch eher der Beschimpfung als einer magischen Verfluchung.
Weder Verbote noch Strafen haben das Fluchen je unterbinden können. Wie auch? Schon in der Bibel sind Verwünschungen allgegenwärtig.
Schließlich ist es der Schöpfer selbst, der Adam und Eva verflucht und auch sonst geizt Jahwe, der Gott des Alten Testaments, nicht mit fiesen Racheaktionen. Gott darf das. Aber der Mensch?
Wer seinem Kontrahenten die Pestilenz an den Hals wünschte, die Vernichtung seiner Ernte oder die Hölle auf Erden, tat das besser im Geheimen - mithilfe von "Fluchtafeln", durch das sogenannte Totbeten oder das rituelle Zerstören von Wachspuppen, die dem Abbild des Opfers nachempfunden waren.
Erst mit der Aufklärung ging der Glaube an die magische Kraft des Verwünschens zurück, wandelte sich das Verfluchen zunehmend zum Beschimpfen. Gleichwohl wirken die alten magischen Weltvorstellungen bis heute.
"Über die Kultur des Fluchens" im Überblick
Über die Kultur des Fluchens
von Lotta Wieden
| Sendezeit | Mi, 03.12.2014 | 19:30 - 20:00 Uhr |
| Sendung | Deutschlandfunk Kultur "Zeitfragen Feature - Kultur und Geschichte" |